Sehr geehrter Herr Fink,

mich erreichte ein dringender Hilferuf des Fördervereins Dorfkirche Küstrinchen, des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und des leitenden Planungsbüros der Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an der Dorfkirche Küstrinchen.

Diese noch vor zwei Jahren akut einsturzgefährdete Kirche konnte durch die Hilfe vieler Fördergeber, Sponsoren und die tatkräftige Unterstützung der Bevölkerung und der Mitglieder des genannten Fördervereins vor dem weiteren Verfall gesichert und bereits teilweise saniert werden. Eine kaum geglaubte Rettungsaktion fand in der von Arbeitslosigkeit stark betroffenen Uckermark mit der Dacheindeckung einen vorläufigen Höhepunkt. Viele Medien berichteten vor, während und nach der Sicherungs- und Sanierungsphase von der Kirche; so nutzte z.B. der bekannte "Fernsehpfarrer" Fliege die ehemalige Ruine, um über das Thema "Hoffnung" zu sprechen. Diese Hoffnung wurde erfüllt und viele Förder- und Sponsorenmittel flossen neben den Eigenmitteln, so dass der jetzige Zustand erreicht wurde - die Hauptarbeit leisteten Firmen aus dem Landkreis Uckermark, besonders mit ihrer tadellosen Facharbeit die Denkmalpflege GmbH Prenzlau.

Leider sind auf absehbare Zeit keine Fördermittel mehr von Land und Bund zu erwarten, das bewährte Programm "Dach und Fach" wurde von Bundesseite ersatzlos und ohne Vorankündigung gestrichen. Ohne ausreichende Fördermittel können jedoch keine Arbeiten an Firmen vergeben werden - die wenigen verfügbaren Gelder lassen keinen vernünftigen Bauabschnitt zu. Das trifft leider nicht nur auf die Kirche von Küstrinchen zu. Doch hier gäbe es wenigstens einen Ausweg zur Rettung des Denkmals über das überregionale Ausbildungszentrum Wriezen und den Einsatz der Jugendbauhütte im Rahmen einer beruflichen Ausbildungsmaßnahme. Dieses wäre überhaupt die einzige derzeit erkennbare Möglichkeit der Weiterarbeit an der Dorfkirche und der Rettung der bereits verbrauchten mühsam eingeworbenen Mittel.

Sehr geehrter Herr Fink, um es kurz zu sagen. Hier findet keine Wettbewerbsverzerrung statt, weil diese Maßnahme ohne Jugendbauhütte und ohne UAZ nicht stattfinden wird. Die notwendigen Mittel für die Vergabe der Leistungen auf dem freien Markt stehen nicht zur Verfügung.

Ein zweiter Aspekt der anvisierten Maßnahme ist die gute Gelegenheit, vor Ort Jugendliche in einem Handwerk auszubilden bzw. ihnen "Appetit auf eine solche Lehre zu machen", die ansonsten wie viele ihrer Altersgenossen vielleicht ihre Heimat verlassen würden. Mit dem ÜAZ Wriezen und mit der Jugendbauhütte besteht aus meiner Sicht auch eine Gelegenheit, Fachkräfte für die Zukunft auszubilden, die ansonsten in unserer Region fehlen würden.

Ich möchte Sie hiermit bitten, dem Projekt eine Chance zu geben, in dem Sie dem ÜAZ auf sein Zustimmungsersuchen eine positive Antwort der Kreishandwerkerschaft Uckermark erteilen.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhold Klaus
Amtierender Landrat