Ausstellung über Totenkronen in Luckau

Am Sonntag, 5. März um 14.30 Uhr wird im Niederlausitz-Museum Luckau, Lange Straße 71, eine Ausstellung von Dr. Sylvia Müller unter dem Titel "Vergessene Denkmäler der Liebe. Zeugnisse des Totenkronenbrauchs in der Mark Brandenburg" eröffnet.

TOTENKONEN in der Dorfkirche Groß-Kienitz 
TOTENKONEN in der Dorfkirche Groß-Kienitz, Landkreis Teltow-Flämig. Die Aufnahme entstand um 1941Großbildansicht

Totenkronen bestimmten noch im 19. Jahrhundert die Atmosphäre vieler märkischer Gotteshäuser. Zahlreich wurden sie an Wänden, Emporen und Pfeilern präsentiert. Fontane hat sie in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" mit poetischen Worten beschrieben und als den "besten Schmuck" der Kirchen bezeichnet. Mit ihrer massenhaften Entfernung ging das Wissen um ihre Bedeutung verloren.

Heute ist kaum noch bekannt, dass es über Jahrhunderte im gesamten deutschsprachigen Raum üblich war, ledig Verstorbenen als Lohn für die bewahrte Jungfräulichkeit und als Ersatz für die entbehrte Brautkrone Totenkronen zu widmen und so am Grabe die Hochzeit nachzuvollziehen. In der Mark Brandenburg ist der Brauch vom 17. bis ins 20. Jahrhundert nachweisbar. Hier war es Sitte, die gern mit zahlreichen farbenfrohen Seidenbändern geschmückten Totenkronen in den Kirchen zum Gedächtnis auszustellen. Oft fertigte man dafür Kronenepitaphien, verglaste Kästen oder Rahmen, an.

Die Ausstellung mit einzigartigen Exponaten aus Luckau und Umgebung ist bis zum 21. Mai zu besichtigen.

Öffnungszeiten sind: Mittwoch bis Freitag von 10 – 12 und 14 – 17 Uhr sowie Sonnabend / Sonntag von 13 – 16 Uhr.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hatte sich finanziell an der Erstellung der Ausstellung beteiligt.