Wesendahler Kirchenfenster suchen Stifter

 Dorfkirche Weendahl

Altlandsberg (MOZ) Die eindrucksvolle Ruine der Dorfkirche im Ortsteil Wesendahl hat sich im vergangenen Halbjahr ziemlich unspektakulär verwandelt. Die einst zwischen Turm und Chor klaffende Lücke im Mittelschiff wird von einem nagelneuen Dach überdeckt. Und schon denken die Mitglieder des Fördervereins daran, wie sie die Fenster ihrer Kirche schließen können.

16 Fenster hat der Sakralbau am Ende des Dorfangers von Wesendahl. Doch nur vier sind wirklich als solche zu bezeichnen - jene im Chorraum, der schon früher für den Gottesdienst wieder hergerichtet worden war. Statt Fenster starren den Betrachter aus dem vom Zahn der Zeit angenagten Turm und aus dem Mittelschiff nur leere Höhlen an. "Die sind als nächstes dran", sind sich die Mitglieder des Fördervereins Kirche Wesendahl zu ihrer Jahreshauptversammlung einig. "Das Dach über dem Kopf haben wir ja inzwischen geschafft."

Deshalb verlegten sie den Beginn ihrer Jahreshauptversammlung auch nach Buchholz in die Kirche, um sich gemeinsam mit Pfarrer Johannes Menard die dortigen Fenster anzusehen und sich schließlich für eine Variante künftiger Bleiverglasung zu entscheiden - in Kiefernrahmen eingefasst. Damit favorisieren die Wesendahler Akteure die preisgünstigere Variante, denn Eichenholz kostet nicht nur mehr, sondern würde auch nicht so gut zur hellen Lärchenholzdecke im Mittelschiff passen.

Zupacken und nicht lange reden - das ist die Devise aller, die sich hier engagieren, von den älteren Mitgliedern der Kirchengemeinde bis zu den aufgeschlossenen Neubürgern, vom Ortsbürgermeister bis zum Wehrführer. So steht aus den bisher bekannten Angeboten am Abend auch schnell die Summe fest, die ein einzelnes Fenster kosten wird: 1800 Euro.

Dafür begibt sich der Verein jetzt auf Sponsorensuche, denn trotz der Bemühungen, städtischer Unterstützung und erheblicher finanzieller Eigenbeteiligung ist das erneut ein Kraftakt. "Deshalb wählen wir auch die Form der Stifter-Fenster", sagt Vereinsmitglied Angela Beier. "Ein Messingschild unter jedem Fenster wird auf die großherzigen Spender verweisen."

Ob die Wesendahler Kirchenfenster ähnliche Bekanntheit erlangen wie die Stifterfiguren des Naumburger Doms, sei dahingestellt. Eine große Unterstützung des kulturgeschichtlich anerkennenswerten Vorhabens Wiederaufbau sind sie allemal. Der Förderverein Kirche Wesendahl wurde von dem Fredersdorfer Uwe Sack initiiert. Zur Gründungsversammlung 2001 zählte er 20 Mitglieder, vor allem aus dem Ortsteil Wesendahl, aber auch aus der Region. Mehr als 600 000 Euro werden für den Wiederaufbau der Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert veranschlagt. Der finanzielle wie körperliche Einsatz der Mitglieder wird dabei durch Spenden ergänzt. Auch die Stadt unterstützt das Vorhaben. Mit der Kirche ist eine spätere weltliche Nutzung des Mittelteils vereinbart.

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