ZWEITER BAUABSCHNITT IM GOTTESHAUS / SPENDENAUFRUF ZUGUNSTEN DER OPFER DES IRAK-KRIEGES

Neue Schieferplatten für alten Turm

ERIK HEIER

SCHWANTE Kräutertee. Viel Kräutertee. Rund 37 Meter über der Erde im eingerüsteten Turm der Schwanter Kirche ist es nicht nur derart windig, dass man manchmal den Turm schwanken fühlt. Es ist auch um die sieben Grad kälter als unten, sagt Zimmermann Hardy Pahl. Zur Vorbeugung gegen Schnupfen schwört er halt auf Kräutertee.

Seit Anfang April saniert die Herzberger Baugenossenschaft den gut 220 Jahre alten Kirchturm von innen. Stützbalken wurden eingezogen, Sparren erneuert. Im Gebälk künden noch immer Einschlagspuren von den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Hitlerjungen hatten sich hier oben verschanzt, erzählt Pfarrer Johannes Kölbel, und sowjetische Soldaten beschossen.

Nächste Woche beginnen die Außenarbeiten. Dann werden die Schieferplatten des Dachs erneuert. Bei der Rekonstruktion bekommen auch Turmfalken und Schleiereulen, die "Untermieter" des Kirchturms, vor Mardern sichere neue Nistkästen.

75 000 Euro kostet der derzeitige Bauabschnitt - der zweite, nachdem im vergangenen Jahr die Sanierung des Kirchenschiffs abgeschlossen worden war. 35 000 Euro finanzierte der Hamburger Sponsor Hermann-Hinrich Reemtsma, 25 000 die Kommune Schwante aus dem Etat 2002 und den Rest die Evangelische Landeskirche in Berlin-Brandenburg. Wann der dritte Bauabschnitt, die Sanierung der angefaulten Fachwerkshölzer des Kirchturmschafts, beginnen kann, hängt davon ab, wann die dafür notwendigen 250 000 Euro zusammengebracht werden können.

Dennoch kommt die Spendensammlung, zu der Kölbel jetzt die Bürger des Landkreises aufruft, nicht der Sanierung, sondern den Opfern des Irakkrieges zugute. Spenden können im Pfarrhaus Schwante ( - 033055/7 90 38) abgegeben oder auf ein Spendenkonto überwiesen werden.

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