Förderkreis Alte Kirchen zollt Förderverein Kirche Wesendahl Anerkennung

Von Gabriele Rataj

 Wesendahl

Altlandsberg (MOZ) Die klaffende Lücke im Mittelteil macht die Feldsteinkirche in Wesendahl zu einer markanten Ruine. Doch noch dieses Jahr soll das Mittelschiff ein Dach bekommen. Für die Anstrengungen des kleinen Fördervereins zur Sanierung sparte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg nicht mit Beifall.

Links ein mehr als baufälliger Turm ohne Spitze. Rechts der überdachte intakte Teil des Kirchenschiffs, in dem sich die kleine Kirchgemeinde zum Gottesdienst versammelt. Dazwischen gähnt ein gewaltiges Loch. Nur noch die Kirchenmauern kennzeichnen das Mittelschiff. "Imposant", stellen Mitglieder des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg zu ihrer Frühjahrsexkursion fest, "und erhaltenswert".

 Wesendahl

Genau das hat der Förderverein Kirche Wesendahl vor und aus diesem Grund den Förderkreis Alte Kirchen zur Stippvisite eingeladen. Die so genannte Winterkirche fasst an diesem Sonnabend die vielen Besucher kaum. Neben Teilnehmern der Exkursion hören interessierte Bürger der Region, was der Wesendahler Fördervereinsvorsitzende Uwe Sack über die Historie des ehrwürdigen Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert zu berichten weiß.

So erfahren sie, dass weniger der Zahn der Zeit oder der Krieg, sondern die Freigabe des Bauwerks für Baumaterial 1946 zum desolaten Zustand geführt hat. Mit Stolz wird von den zwar kleinen, aber angesichts schmaler Geldbeutel um so schwierigeren Bemühungen um den Erhalt des 1736 und 1883 umgestalteten Bauwerks berichtet. "Es ist nur ein kleiner Verein mit einer riesengroßen Aufgabe", charakterisiert Klaus Schaffrick, anerkannter Architekt in Sachen Kirchenbau, den Umfang der Aufgabe.

Die offenen Mauerseiten und der Giebel wurden aufgemauert, zahlloses Gesträuch entfernt und der dicke Kirchturm erhielt zunächst ein Notdach. Für den Bau des Dachstuhls und die Eindeckung des Mittelschiffs soll auch das aus der Gemeindereform zustehende Geld verwandt werden. So, wie die Spenden des ortsansässigen Obstbauunternehmens oder einfach solcher engagierter Fördervereinsmitglieder wie Alfred Braetsch oder Walther Böhm. "Zum Jahresende wollen wir Richtfest feiern", erklärt der Vereinsvorsitzende.

Auch die 178 Euro, die Mitglieder des Förderkreises in das hölzerne Kirchenmodell einwerfen, tun gut. Und die Exkursionsteilnehmer sparen nicht mit Anerkennung wie Ulrich Bopp mit seiner Frau, der als Vertreter der Bosch-Stiftung seit Anfang der 90er Jahre auf den Effekt von finanzgefördertem Bürgerengagement setzt. Das soll den Wesendahlern Mut zum Weitergehen der tausend kleinen Schritte geben.

Ortsbürgermeister Andreas Kniesel verlädt die Holzplatten auf die Schubkarre, die zuvor die Pläne und Zeichnungen der Kirche getragen haben. Wehrführer Volker Escher trägt das Kirchenmodell nach draußen und Horst Laubach schließt mit dem Spezialschlüssel von Walther Böhm die uralte Tür am Mittelschiff zu. Gestern ist wieder ein Stein aus dem Turm gefallen. Es wird Zeit, dass es weitergeht.

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