FRISCHER GLANZ IN ALTEN KIRCHEN

Im Rahmen eines DGB-Projektes verschönerten Mahlerlehrlinge aus Berlin und Brandenburg die Kirchen in Jabel

JABEL Innenräume der evangelischen und der altlutherischen Kirche in Jabel erstrahlen wieder in neuem Glanz. Eine Woche lang haben 15 Maler und Lackiererlehrlinge und vier Techniker von Berufsschulen aus Berlin, Eberswalde und Neuruppin im Rahmen des Projektes "Arbeit und Begegnung" an den Gotteshäusern gearbeitet.

Die Gemeindemitglieder der evangelischen und der altlutherischen Kirche bedankten sich am Donnerstag mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, von den Pfarrern gab's Worte des Dankes. "Ich bin sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit", sagt Pfarrer Bernd Albrecht von der altlutherischen Gemeinde. In der Kirche wurden Bänke und die Seitentür gestrichen. Auch die Kanzel wurde nach alten Vorlagen neu gestaltet.

In der Dorfkirche der evangelischen Gemeinde konnte der Innenraum fertig gestellt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Arbeiten begonnen. Damals wurde die Decke und der obere Teil der Wände renoviert, jetzt konnte die Arbeit an den Wänden abgeschlossen werden. Alte Schriftzüge in der Kirche wurden nachgearbeitet und auch der Treppenaufgang zur Empore erhielt einen neuen Anstrich. Die örtlichen Malerbetriebe unterstützten die Arbeiten, stellten Leitern und Gerüste bereit. "Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar", sagt Projektkoordinator Ulrich Schnauder von der DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin. Denn diese Zusammenarbeit ist keine Selbstverständlichkeit. "Manchmal bekommt man zu hören "ihr nehmt uns doch Aufträge weg", sagt Schnauder .

Einen Auftrag für die Renovierungsarbeiten hätte es aber nicht gegeben. "Ohne die Jugendlichen hätten wir hier nichts machen können", sagt Pfarrer Berthold Schirge. So musste die Gemeinde nur die Materialkosten tragen: Immerhin rund 500 Euro.

Von dem Projekt profitieren aber nicht nur die Kirchen, sondern durch den Praxisbezug auch die Jugendlichen. "Sie lernen, wie alte Farben, besonders Leimfarbe, hergestellt und verarbeitet werden und erfahren etwas über Kirchengeschichte", sagt Malermeister Horst Mark, der das Projekt fachlich leitet.

Bei den Jugendlichen gab es unterschiedliche Beweggründe, sich für das Projekt zu melden. Der Pritzwalker Björn Jensen interessierte sich besonders für Restaurationsarbeiten. "Der Arbeitsalltag besteht aus Tapezieren und Ornamente fertigen", sagt der 19-jährige Malerlehrling, der im dritten Jahr in Kyritz lernt. Die Erfahrungen bei der Kirchenrenovierung haben ihn darin bestärkt, auch nach der Lehre weiter im Bereich Restaurierung zu arbeiten.

Der Berliner Stefan Kuschel hatte schon Erfahrung mit Restaurierungen. "Das macht Spaß, aber ich arbeite lieber schnell hintereinander weg", sagt der 19-Jährige. Die sorgfältige Fummelei ist seine Sache nicht. Für ihn waren die Gespräche mit den Technikern, die sich in der Meisterausbildung befinden, wesentlich interessanter: "Dabei ging es um Arbeitsplanung und wie man eine Arbeitsstelle einrichtet."

Aber auch die Begegnung der Lehrlinge untereinander war Ziel des Projektes: Nach Feierabend standen Baden gehen, Grillen oder Billard spielen auf dem Programm. Für die gesellige Runde spendierten die Kirchengemeinden auch noch eine Kiste Bier.

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