Freundeskreis spendet Preisgeld an Blindow

"Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" fördert ehrenamtlichen Einsatz

 Verleihung des Brandenburgischen Denkmalpflegepreises 2002
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Von unserem Redaktionsmitglied Monika Strehlow

Uckermark. Mit dem "Brandenburgischen Denkmalpflegepreis 2002" ehrt das Land Brandenburg die Aktivitäten des "Freundeskreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg". Wie der Uckermark Kurier berichtete, würdigte Kulturministerin Prof. Johanna Wanka dessen Engagement zur Rettung, Erhaltung und Instandsetzung sowie angemessene Nutzung gefährdeter Dorfkirchen. Es sei eine sehr würdevolle Auszeichnung im vor kurzem erst restaurierten Potsdamer "Kutschhaus" gewesen, erklärt der Geschäftsführer des Freundeskreises, Bernd Janowski. Etwa 150 geladene Gäste wohnten dem Festakt bei.

Die Laudatio für den Preisträger sei von der Vorsitzenden des Preisgerichtes Heidrun Fleege gehalten worden. Die Architektin aus Brandenburg/Havel erklärte: "Seit 1990 haben Kirche, Land und Kommunen viel für die Sicherung und den Erhalt der mehr als 1600 Dorfkirchen in Brandenburg aufgewendet. Von den zirka 200 vom Verfall bedrohten Kirchen konnten schon 120 gerettet werden. Großen Anteil daran hat die Arbeit des Freundeskreises."

So sei die Rettung der Milower Kirche dem Verhandlungsgeschick und Beharrungsvermögen des Vereines zu verdanken. Denn Förderungen und Zuschüsse fließen in der Regel nur dort, wo Initiativen vor Ort für die Erhaltung streiten und nachhaltige Nutzungskonzepte vorhanden sind , so Fleege. Heute verstehe sich der Förderkreis als Dachverband für örtliche Initiativen, berät Vereine und initiiert Aktivitäten zur Erhaltung und Nutzung von Dorfkirchen. Dazu trägt unter anderem auch ein vom Freundeskreis ausgelobter Förderpreis bei.

Der Denkmalpflegepreis stelle einen wichtigen Ansporn für ehrenamtliche Denkmalpfleger und -schützer dar, dankte der Vorsitzende des Freundeskreises, Agnus Fowler. "In den letzten Jahren haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den ehrenamtlichen Einsatz vom Vereinen, Initiativen und Gruppen zu fördern, Hilfe zur Selbsthilfe sowie Beratung und bescheidene finanzielle Unterstützung zu geben."

Vor Ort übergeben

Ganz in diesem Sinne war die Geste des Freundeskreises zu verstehen, 4000 Euro der 7000 Euro des Preisgeldes noch im "Kutschhaus" der Kirchengemeinde Blindow zu überreichen. Damit soll die noch in diesem Jahr vorgesehene Schwammsanierung an der uckermärkischen Dorfkirche Blindow ausgeführt werden. Die Arbeiten sind notwendig, um im kommenden Jahr die Dachsanierung der insgesamt stark gefährdeten Kirche ausführen zu können, erläutert Bernd Janowski gegenüber dem Uckermark Kurier.

Er hatte bei der Preisverleihung auch auf das Verdienst des Freundeskreises um den Erhalt der Kirche in Küstrinchen aufmerksam gemacht. In dem kleinen uckermärkischen Dorf hatte sich nach einem Jahr Engagement ein Förderverein gegründet, Richtfest war gefeiert worden und zum Ostersonntag 2003 soll hier der erste Gottesdienst seit 30 Jahren stattfinden.

 

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