Denkmale in Augenschein genommen

Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit der Kreisbehörde auf Rundreise Bisher 4,6 Millionen Euro geflossen

Von unserem Redaktionsmitglied Monika Strehlow

Uckermark. Mehr als 50 Baudenkmale hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz seit 1991 in der Uckermark unterstützt. Mit etwa 4,6 Milionen Euro Zusatzfinanzierung konnten Kirchen wie die in Alt Placht, Gollmitz und Küstrinchen vor dem Verfall gerettet, Bürgerhäuser in Angermünde wieder nutzbar gemacht oder Baudenkmale wie das Bredowsche Erbbegräbnis in Zützen saniert werden.

Ob künftig auch die Wasserrmühle Gollmitz oder die Klosterruine in Boitzenburg von der Stiftung Gelder erwarten können, das entscheidet sich in den kommenden Tagen und Wochen wenn Projektreferent Dr. Peter Schabe die Eindrücke der gestrigen Rundreise durch die Uckermark gewichtet und gewertet hat. Seit langem folgt er der Einladung der unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Uckermark, einmal im Jahr Baudenkmale in Augenschein zu nehmen, die den Eigentümern besondere Sorgen bereiten. "Wir wollen die Bandbreite der Probleme verdeutlichen und resümieren, Prioritäten setzen", erläuterte Sachgebietsleiter Axel Kempert.

  Weselitz
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So wie in Weselitz. Nur einmal seit ihrer Errichtung vermutlich im 13. Jahrhundert ist die Kirche 1860 überformt worden, hob Bauingenieur Hellmuth Picht hervor. Die Dachkonstruktion, die geschlossene Gestaltung des Innenraumes mit den Bodenfliesen seien weitere Besonderheiten. Vor zwei Jahren begann sich ein Freundeskreis zur Rettung des Sakralbaues zu formieren. Anlass dazu gab die Buchholz-Orgel, die eigentlich verkauft werden sollte. "Doch es gibt nur noch ganz wenige vom Orgelbauer Simon Buchholz. Wir haben die Baukörpersicherung unterstützt, so konnte die Orgel hier bleiben", gab Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Einblick. Nun sei der Sakralbau zwar gesichert, doch die Eigenmittel für ein neues Dach und die Sanierung erschöpft, machte Picht auf die Finanzlage aufmerksam.

Kirchenruine Strehlow 
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Ein Finanzkonzept vorlegen konnte gestern dagegen Architektin Bettina Krassuski für die Sicherung der Kirche in Strehlow. Nach 1945 diente die Kirche als Lieferant für Baumaterial. Der barocke Holzturm steht noch, soll in einem ersten Bauabschnitt abgetragen und wieder teilweise aufgebaut werden. Zur Zeit stehen mehrere Varianten zur Diskussion, welcher weg letztlich beschritten wird. Mit dem gerade erst ins Leben gerufenen Freundeskreis Strehlower Kirche, der Kindervereinigung und der Gemeinde Oberuckersee setzen sich hier viele Kräfte für die Rettung der Kirchenruine ein. Doch wer wird künftig die Trägerschaft übernehmen? Die Kirche selbst will sich nach den Worten von Pfarrer Johannes Reimer von dem Objekt trennen. "Doch sie steht in der Pflicht, stellt Mittel zur Verfügung, wenn jemand die Aufgabe der Bausanierung übernimmt."

In Gollmitz hielt Peter Schabe nicht mit seiner Anerkennung für Kai Rogozinski zurück, der die vor drei Jahren marode Wassermühle übernommen hatte. Für 2006 stellte er ihm Unterstützung der Stiftung in Aussicht, nachdem bereits vier Anträge abgelehnt werden mussten.

Weitere Stationen der Denkmalschutz-Rundreise waren die Klosterruine Boitzenburg, die Kirche Kaakstedt, der Gasthof Herzfelde und das Gutshaus Petznick.

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