Mit leichter Verzögerung

Bekrönung und Kugel zieren den sanierten Kirchturm in Nassenheide

DAVID C. LERCH

NASSENHEIDE Die neue Wetterfahne, die sich seit gestern an der Kirchtumspitze über Nassenheide nach dem Wind dreht, charakterisiert gut den sanierten Kirchturm. Aus Kupfer gefertigt und mit einem Edelstahl-Rahmen, sind hier zwei Jahreszahlen zu lesen: 1776, das Jahr des Kirchenbaus, und 2006. Die alte Wetterfahne, die vom Umbau der Kirche im Jahr 1886 bis Ende Oktober dieses Jahres befestigt war, musste entfernt werden. Aber die neue Wetterfahne entspricht in Form und Größe der alten, wie der Architekt Siegfried Ismer erklärte: "Das ist die Aufgabe der Denkmalpflege. Man versucht zu erhalten, was man hat."

Das gilt am Nassenheider Kirchturm, an dem die Sanierung gestern abgeschlossen wurde, für mehrere Bereiche. Auch beim "Altrosa" der neuen Außenfassade. "Wir haben kleine Reste der Farbe gefunden", berichtete Pfarrer Peter Krause, "deshalb haben wir es jetzt so streichen lassen." Im April 2005 hatten die Bauarbeiten an der Kirche begonnen. Bis Oktober dauerte allein die statische Sicherung. Danach ging es an die Sanierung des Kirchturms. Etwa 170 000 Euro flossen aus verschiedenen Quellen in die Baumaßnahme. Mit 55 000 Euro stemmte die Kirchengemeinde einen großen Teil selbst, dazu kamen 40 000 Euro der Landeskirche, 34 000 Euro der Gemeinde, 15 000 Euro des Kirchenkreises, 11 000 Euro von der Union Evangelischer Kirchen und immerhin 12 000 Euro aus Spenden der Nassenheider.

Gestern kam nun der Moment, auf den lange gewartet wurde. Vor den Augen von zahlreichen Anwohnern verstauten Krause und Ismer zahlreiche Dokumente - etwa die Liste der Spender - in einer Metallhülse, die dann verschweißt und in die Kugel gelegt wurde. Gleich mit zwei Kränen musste die neue Bekrönung auf den Kirchturm gehoben werden. Aber es dauerte länger als geplant. Der Schaft der Bekrönung war erst ein wenig zu groß. Aber bei einer 230 Jahre alten Kirche kommt es auf eine kleine Verzögerung nicht an. Nach drei Stunden meldete Ismer schließlich Vollzug. "Jetzt brauche ich erst mal einen Tee zum Aufwärmen", sagte er erleichtert.

Märkische Allgemeine vom 16. Dezember 2006

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