ERWECKUNG AUS DEM TODESSCHLAF

Neuruppiner suchen Hilfe für die Hospitalkapelle St. Georg

REYK GRUNOW

NEURUPPIN Jahrzehntelang gammelte sie kaum beachtet vor sich hin, jetzt endlich bahnt sich für Neuruppins kleinste Kirche Rettung an: Gleich mehrere Spender werben für die Sanierung der Hospitalkapelle St. Georg an der Straße des Friedens.

Initiator der Rettungsaktion ist Peter Passon. Dem Unternehmer tut es jedesmal weh, wenn er den kleinen, heruntergekommenen Bau aus dem 14. Jahrhundert sieht. Dabei kennt der 49-Jährige das Kirchlein noch in viel besserem Zustand: "Als Kind bin ich jeden Tag an der Kapelle vorbeigelaufen und ich hab dann immer gehört, wie in der Kapelle Leute gesungen oder gebetet haben", erinnert er sich.

Gesungen wird in der St.-Georgs-Kapelle schon lange nicht mehr. Bis vor wenigen Jahren hat eine kleine Religionsgemeinschaft die Kirche noch genutzt, aber inzwischen ist sie in so desolatem Zustand, dass niemand mehr das Haus nutzen kann. Durchs Dach regnet es hinein, Schimmel und Schwamm sollen sich im Gebälk breit machen. "Und irgendwer hat die Fenster eingeworfen", ärgert sich Peter Passon. "Einfach schrecklich."

Im Dezember feiert der Neuruppiner gleich zweimal: das zehnjährige Bestehen seiner Firma und seinen 50. Geburtstag. An alle Geschäftspartner hat er dafür einen Wunschzettel verschickt: Sie sollen statt der Geschenke lieber kleine Spenden auf das Hilfskonto einzahlen, das der Historische Verein der Grafschaft Ruppin für die Kapelle zur Verfügung stellt, Spendenquittungen inklusive. Der Neuruppiner Verein Jahresringe und die Wanderer des MSV haben sich angeschlossen und schon 230 Euro überwiesen.

Neuruppins Planungsamtsleiter Traugott Messow findet die Idee klasse. Seit Jahren versucht die Stadt, Geld für die Sanierung der Kapelle aufzutreiben. Weil St. Georg nicht im Neuruppiner Sanierungsgebiet liegt, sei das nicht so einfach. "Entscheidend ist, wie die Kapelle später genutzt werden soll", sagt Messow. Die Stadt sucht seit Jahren Interessenten, aber niemand wagt sich, das Haus zu übernehmen. Mit Hilfe privater Spenden könnte genügend Geld zusammenkommen, um mit einer Sanierung zu beginnen.

Das hofft auch Peter Passon: "Vielleicht kann man ja mit Fördermitteln was machen." Wie viel Geld nötig wäre, weiß bisher niemand.

Das Spendenkonto des Historischen Vereins hat die Nummer 3512068 bei der Deutschen Bank, BLZ 120 700 24, Verwendungszweck: Spende St. Georg.

s.a. Märkische Allgemeine vom 13. Januar 2004: St.-Georgs-Kapelle träumt von besseren Zeiten

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