Ehrentafel mit Spendernamen

Dank für das Engagement bei der Kirchensanierung

NORBERT STEIN

STECKELSDORF Bis in die Abendstunden wurde am Freitag der letzte Bauschutt weggeräumt, geputzt und Staub gewischt. Die Volksbank Rathenow übergab dem Förderverein der Kirche Steckelsdorf noch eine Spende, und so war auch die letzte Finanzierungslücke geschlossen. Einem großen Ereignis stand nichts mehr im Weg.

Mit einem Festgottesdienst begingen die Steckelsdorfer am Samstagnachmittag den Abschluss der umfangreichen Sanierung ihrer Dorfkirche. Die Kirche als Ort des Lebens erscheint nun wieder im hellen Licht, hob Pfarrerin Katrin Brandt in ihren Begrüßungsworten hervor. Dafür wurde viel getan. Die Kirche ist nun vom Schwamm befreit, Dachbalken wurden ausgewechselt oder erneuert, ebenso die Fenster. Das Dach bekam eine neue Eindeckung, der Außensims ist rekonstruiert und weitere Sanierungsabreiten wurden erledigt. Die Kirche erhielt einen neuen Außenanstrich und wurde auch innen gemalert.

"Es gibt in Steckelsdorf Menschen, die nicht vorübergehen, sondern in der Kirche immer nach dem Rechten sehen", hob Katrin Brandt das Engagement von Christen aus der Gemeinde für ihre Kirche hervor. Zu ihnen gehören vor allem auch Margarete Steger und Hans Blackstein. Sie stellten sich vor vier Jahren an die Spitze eines Fördervereins, der sich die Sanierung der Dorfkirche als große Aufgabe stellte.

Eine Sanierung für die insgesamt fast 180 000 Euro aufgebracht werden mussten. Margarete Steger und Hans Blackstein nannten am Samstag einige Institutionen und Namen stellvertretend für viele Sponsoren und Geldgeber, die halfen die Gesamtsumme aufzubringen. Auf der Grundlage des Landeskirchenvertrages steuerte das Land Brandenburg 89400 Euro bei. 30000 Euro kamen von der Landeskirche Berlin-Brandenburg. Mit 14 400 Euro beteiligte sich der Kirchenkreis Nauen-Rathenow. Und nicht zuletzt brachten die Kirchengemeinde und der Förderverein jeweils 22500 Euro auf. Um seinen Anteil zu sichern, organisierte der Förderverein Konzerte und andere Veranstaltungen, machte die Kirche zu einer Stätte der kulturellen Begegnung und kümmerte sich um Sponsoren. Alle die halfen, ob nun mit kleinen oder größeren Summen, die Finanzierung der Sanierung zu sichern, sollen nun auf einer Ehrentafel verewigt werden.

Zu denjenigen, die mit ihrer Kunst halfen, gehört der Gemischte Chor Rathenow. Die Sängerinnen und Sänger gaben dem Festgottesdienst am Samstag auch sein musikalisches Gepräge. Dazu sangen Kinder, und Hanna Seefeld spielte auf der Kirchenorgel, die die Steckelsdorfer während der gesamten Sanierungsarbeiten wohl behütet hatten.

Vieles in der Steckelsdorfer Kirche erscheint nun wie neu. Allerdings stammen die Kirchenbänke, auf den auch am Samstag die Gäste Platz genommen hatten zu ihnen gehörten auch Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger und Ortsbürgermeister Marco Schwarz bereits aus dem Jahr 1822, als die Kirche nach einem Brand neu errichtet wurde.

Es entstand ein verputzter fünfachsiger Saalbau, mit stichbogigen Öffnungen. Die Innendecke der Kirche ist über Seitenemporen flachgedeckt und zum Mittelfeld als segmentbogiges Tonnengewölbe ausgebildet. Der polygone Kanzelkorb und die seitlichen Durchgänge sind von vier hölzernen Säulen gerahmt und bilden mit den Säulen der Hufeisenempore eine Einheit. Eine schöne Kirche im neuen Glanz, was die Pfarrerin hoffen lässt, dass in ihr wieder mehr Menschen einkehren, um Hoffnung zu schöpfen, ihren Glauben zu bekennen und Kraft für den Alltag zu sammeln.

Märkische Allgemeine vom 18. Dezember 2006

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