Wieder neu in altem Glanz

Einwohner von Baek renovierten ihre Kirche in Eigeninitiative

 Altarraum
So wie hier der Altarraum mit Sternenhimmel, Inschrift und Bleiglasfenstern ist das gesamte Kirchenschiff des Baeker Gotteshauses wieder in alter Schönheit erstanden.
Foto: Fischer
Tag der offenen Tür
Erhard Berendt (l.) konnte jüngst am Tag der offenen Tür genau über die Arbeitseinsätze der 31 fleißigen Helfer aus Baek berichten.
Foto: Fischer

ULRICH FISCHER

BAEK Eine schöne Kirche haben die Baeker – jetzt wieder. Denn vor ein paar Monaten sah es in dem Gotteshaus in Baek (Gemeinde Groß Pankow) durchaus unwirtlich aus. Nun kann am Heiligen Abend um 17.30 Uhr erstmals nach vielen Jahren wieder ein Gottesdienst in würdigem Ambiente gefeiert werden. Zu verdanken ist dies vielen fleißigen Helfern aus Baek und der materiellen Unterstützung von Firmen der Region.

Der Turm der Feldsteinkirche wurde etwa im 14. Jahrhundert errichtet. Weil das Dach des im 19. Jahrhundert erneuerten Kirchenschiffes undicht und das Gebälk durch die Feuchtigkeit marode wurde, hatte man es schon in den 1980er Jahren abstützen müssen. Im Jahre 1989 wurde die Kirche baupolizeilich gesperrt, ein Jahr später brach das Dach ein. Erst Ende der 90er Jahre war es möglich, das Dach und das vom Schwamm zersetzte Gebälk zu erneuern. Die dafür notwendigen 260000D-Mark kamen aus EU- und Kirchenfonds sowie durch private Spenden zusammen. Da auch der Putz unter dem Dach vom Schwamm angegriffen war, wurde er bei dieser Gelegenheit oben rundherum zwei Meter tief abgeklopft. Um den Putz gleich zu erneuern, fehlte das Geld.

Im Frühjahr dieses Jahres überlegte nun die Dorfgemeinschaft, ob man das Putzen und eine malermäßige Renovierung nicht in Eigeninitiative bewerkstelligen könne. Das Material könnte die Kirchgemeinde bezahlen, versicherte Pfarrer Klaus-Dieter Hanack. Der Kirchenälteste Harald Wiede und das Gemeindemitglied Erhard Berendt nahmen die Fäden in die Hand – und weitere 29 Einwohner von Baek spuckten seit August in die Hände, um das Werk in ihrer Freizeit zu vollbringen.

Zunächst wurde eine Rüstung besorgt, dann geputzt. Wie die alte musste auch die neue Putzschicht in mehreren Lagen insgesamt etwa sieben Zentimeter dick sein, um die Unebenheiten der Feldsteine auszugleichen. Weil der Putz über dem Fußboden auch nicht mehr in Ordnung war, wurde er auch dort bis in zwei Meter Höhe abgeklopft und erneuert. Drei Wochen lang hatten Jugendliche, Frauen und Männer damit zu tun, dann wurde das Malern vorbereitet. Beim Abbürsten der Kreidefarbe kamen Inschriften und in der Kuppel des Altarraumes Sterne an einem blauen Himmel zum Vorschein. Beim Renovieren wurden die Kostbarkeiten wieder in altem Glanz hergestellt. Von den kleinen Scheiben in den Bleiglasfenstern mussten 377 ersetzt werden, was ein Fachbetrieb aus Putlitz übernahm.

Erst kurz vor dem vergangenen Sonntag, als zum Tag der offenen Tür eingeladen wurde, hat man die Arbeiten beendet und die Bänke wieder eingeräumt. Noch nicht im Endzustand ist der Fußboden, und ein Teil der Holzdecke muss saniert werden. Deshalb hat bereits die nächste Spendensammlung begonnen.

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