Keine einsturzgefährdeten Kirchen mehr

 Barnim

Joachimsthal (MOZ) In puncto Denkmalpflege ist der Landkreis Barnim so etwas wie eine Oase in der Mark. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Kreisen leistet sich der Barnim einen Extra-Topf für Denkmalschutz. Dieser ist mit 200 000 Euro jährlich gefüllt. "Und das soll auch so bleiben", versprach Vize-Landrat Carsten Bockhardt jüngst.

"Ich werde mich auch weiterhin für einen soliden Finanzstock im Bereich Denkmalpflege einsetzen", versicherte Bockhardt dem Kreisdenkmalpflegebeirat auf dessen letzter Sitzung 2004 im Joachimsthaler Kaiserbahnhof. Zugleich lobte der Vize-Landrat die ehrenamtliche Arbeit des Beirates. Im Gegensatz zu den Ausschüssen des Kreistages wirke er "nicht parteibezogen". Und auch lokale Interessen spielen keine vordergründige Rolle.

Vielmehr müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Wobei auch wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen seien, so Bockhardt. "Wie das Beispiel der Eisenbahnbrücke in Eberswalde zeigt." Ferner gab der Vize-Landrat zu bedenken, dass der Erhalt von Denkmalen kein Selbstzweck sei. Die Pflege sei zunehmend auch unter touristischen Gesichtspunkten zu betrachten.

"Der Erhalt des kreislichen Budgets ist umso wichtiger, als dass andere Förderquellen versiegt sind", erklärte Pfarrer Thomas Berg, Vorsitzender des Kreisdenkmalpflegebeirates. Schmerzlich sei vor allem das Auslaufen des Förderprogramms "Dach und Fach", das Kirchgemeinden zugute kam. "Wir haben im Landkreis keine einsturzgefährdeten Kirchen mehr", ergänzte Kreisdenkmalschützer Roland Gabsch. Dies sei sowohl besagtem Förderprogramm als auch dem Engagement des Kreises zu danken.

Die 200 000 Euro, die für 2004 zur Verfügung standen, seien komplett ausgezahlt worden, informierte Gabsch. Für zwei Objekte gab es einen Antrag auf Bildung eines Haushaltsrestes: für den "Goldenen Löwen" in Wandlitz und für die Kirche Trampe. Das Antragsvolumen fürs zu Ende gehende Jahr lag bei rund 800 000 Euro. Wobei das Geld vom Kreis oft als Anschub für die Sanierung dient, wie Gabsch sagte. Zudem könne es mit anderen Fördermitteln kombiniert werden.

Die 2004er Finanzspritze kam diversen Objekten im Landkreis zugute. Die absolut größte Förderung ist mit 45 000 Euro in den Joachimsthaler Kaiserbahnhof geflossen. Zu den kleineren Projekten gehörte die Grabkapelle Hohenfinow, wo für die Erneuerung der Fenster 4000 Euro zur Verfügung gestellt wurden. Ähnliche Summen haben etliche Private erhalten. "Fördermittelempfänger waren - wie in den Vorjahren - Kommunen, Kirchengemeinden und eben Private. Und zwar in etwa zu gleichen Teilen, zahlenmäßig betrachtet", so Gabsch.

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