Blumenschmuck und Tiermotive blättern ab

Kirchengemeinde Roddan bemüht sich um Zuschüsse für Deckenrestaurierung / Altar stammt aus Havelberger Werkstatt

DOROTHEA VON DAHLEN

RODDAN Sie ist das Schmuckstück des Rundlings. Und so scheuen die Roddaner keine Mühe, ihre Dorfkirche Stück für Stück restaurieren zu lassen. Im August dieses Jahres erst konnte zur 325-Jahr-Feier des Gotteshauses die fertig aufgearbeitete Empore begutachtet werden, an der Tafeln mit Bibelzitaten angebracht sind. Jetzt stehen neue Arbeiten an.

"Wenn diese Eichenbalken erzählen könnten", hatte Pfarrer Uwe Czubatynski beim Festgottesdienst auf die wechselvolle Geschichte der Kirche angespielt. Nun sind es ausgerechnet diese Deckenbohlen, die der Gemeinde Sorgen bereiten. Die Farbe blättert nach und nach ab, so dass die Blumen- und Tiermotive, mit denen die Balken in den 30er Jahren bemalt wurden, zu verschwinden drohen. Wie Pfarrer Czubatynski berichtet, befinden sich darunter noch Reste barocker Verzierungen. Obgleich es schon Entwürfe gab, sie wieder herzurichten, habe letztlich der Denkmalschutz darauf bestanden, den jetzigen Zustand der Balken zu konservieren. "Man möchte so ein einheitliches Bild im Innenraum schaffen", erklärt der Pfarrer.

Um die Bemalung retten zu können, bemüht sich die Kirchengemeinde schon seit geraumer Zeit um finanzielle Hilfe. So hat sich etwa Petra Prokop bereits an 20 verschiedene Stiftungen gewandt, die Zuschüsse für kulturelle Projekte geben. Von sieben Institutionen, darunter auch die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse, erhielt sie Bewerbungsunterlagen. Über das Schicksal der Anträge erfährt die Kirchengemeinde erst im neuen Jahr, wenn über Zuschussvergaben entschieden wird. Für die Restaurierung der Deckenbalken werden 15000 Euro benötigt. Dass gleich genug Geld zusammenkommt, glaubt Petra Prokop allerdings nicht. Sie schätzt, dass im Jahr 2007 mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Sehr zur Überraschung aller Beteiligten sind übrigens neue Erkenntnisse über die Herkunft des Altars in der Roddaner Kirche zutage getreten. Das prunkvolle Stück wurde kurz nach 1700 errichtet und stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Werkstatt eines Bildschnitzers namens Schulze aus Havelberg. Das Landesamt für Denkmalpflege, so berichtet Czubatynski, habe herausgefunden, dass es im Umkreis der alten Domstadt eine ganze Reihe von Altären gebe, die der Machart des Roddaner Exemplars entsprechen. Unlängst sei schon ein Kunsthistoriker in der Kirche gewesen, um Details im Gotteshaus zu fotografieren. Er habe jedoch nicht nur den Altar, sondern auch die Deckenbalken, den Taufengel und andere Schmuckelemente aufgenommen und dokumentiert.

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