GESTERN BEGANN DAS EINRÜSTEN IN DER PERLEBERGER ST.-JACOBI-KIRCHE

Seitenschiffe kommen zuerst unter Malerbürste

HEIDRUN LEHMANN

PERLEBERG Gerüststangen und -bretter schleppen seit gestern Arbeiter der Perleberger Firma Ritter in die St.-Jacobi-Kirche. Behutsam wurden die Teile über die Brüstung der Empore geschoben, die zuvor mit einer schützenden Hülle versehen worden war. Die hinteren Bänke hatte Hausmeister Christian Schund aus der Verankerung gelöst und abgekippt, damit genügend Platz für den Aufbau der Gerüste ist. Gemeinsam mit Putzfrau Roswitha Klabuhn wurden die Stühle auf der Empore zusammen geräumt. So sehen die Vorarbeiten für die Ausmalung des Gotteshauses aus, auf die nicht nur Spender und Kollektengeber schon lange warten.

Gabriela Oltersdorf, Vorsitzende des Bauausschusses im Gemeindekirchenrat, erläuterte näher, was in den nächsten Wochen geschieht. Sie wies auf die großen Feuchtigkeitsschäden, die durch das marode Mauerwerk gedrungen waren, bevor die umfassende Sanierung bis hinauf ins Dach vorgenommen werden konnte. Dem schloss sich eine mehrjährige Trocknungsphase an, so dass nun endlich den Flecken der Garaus gemacht werden kann. Da sich die Schäden bis ins Gewölbe ziehen, muss ein so genanntes Raumgerüst über eine Breite von etwa drei Metern gespannt werden; im Chorbereich wird ein Gerüstturm in die Höhe wachsen. Dabei ist allerdings noch nicht sicher, ob das Geld auch dafür in diesem Jahr reicht. Sonst müsste dieser Teil vorerst ausgespart bleiben. Gabriela Oltersdorf geht davon aus, dass der Gerüstbau mehr Kosten verschlingen wird als die Ausmalung der rund 700 bis 800 Quadratmeter großen Flächen.

Damit die wertvolle Orgel keinen Schaden nimmt und Staub hinein dringt, sollen die Wände der Seitenschiffe feucht abgebürstet und dann mit einer Kalkmischung ausgestrichen werden. Ganz übel sieht der große Schandfleck an der Südwand aus. Dem wollte man vor Jahren mit einem zementartigen Putz zu Leibe rücken. Doch so etwas habe in denkmalgeschützten Gebäuden nichts zu suchen, weiß das Mitglied des Gemeindekirchenrates. An dieser Stelle werde vermutlich ein zweimaliges Streichen nicht genügen. Für die Ausmalung wurden fünf Angebote eingeholt. Den Zuschlag erhielt Malermeister Ingo Kuhs aus Premslin.

Alle Arbeiten sind sowohl mit der Oberen als auch mit der Unteren Denkmalbehörde abgesprochen und werden durch Fachleute begleitet. Die denkmalrechtliche Erlaubnis liegt vor. Gabriela Oltersdorf hofft, dass die Kirchengemeinde das Osterfest in schönerer Umgebung im Gotteshaus feiern kann. Wie sie hinzufügt, soll die Orgel nach den Schmutzarbeiten überholt werden. Darüber besteht ein ständiger Wartungsvertrag. Doch zuvor werden wohl mehrere Arbeitseinsätze der Kirchengemeinde nötig sein, denn mit einem einfachen Auswischen wird es wohl nicht getan sein.

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