TURM DER CHRISTUSKIRCHE MARKEE WIRD RESTAURIERT / MITTWOCH KUGELÖFFNUNG

Verspätete Rettung

JENS WEGENER

Kirche von Markee

MARKEE Die Gerüstbauer haben ihren Job bereits erledigt. Vom Turm der Christuskirche Markee ist fast nichts mehr zu sehen. Sie mussten sich beeilen, denn jetzt steht fest, dass am kommenden Mittwoch um 14 Uhr die Kugel des Turmes feierlich geöffnet wird. "Wer kommen will, kann kommen", sagt Pfarrerin Angela Johannes. Was genau sich in dem Gebilde verbirgt, könne sie nicht sagen. Aus Unterlagen gehe nur hervor, dass die letzte Öffnung Mitte der 30er-Jahre erfolgte. "So ist die Spannung größer."

Der Blick ins Innere der Kugel ist aber nur ein erfreuliches Nebenprodukt dessen, was sich in den nächsten Monaten an der 1697 fertig gebauten Kirche tun wird. Der marode und vom Schwamm befallene Turm erhält für rund 75 000 Euro eine Schönheitskur. Zwei Drittel des Geldes kommen aus dem Bund-Länder-Programm "Dach und Fach", ein Drittel steuert die Kirchengemeinde bei.

Eigentlich sollte die Rekonstruktion schon im vergangenen Jahr beginnen. Doch es hakte an der Ausschreibung. Inzwischen steht fest, dass die Firma Geltower Holzwürmer den Auftrag hat. Aber es gibt andere Probleme. "Die Baugenehmigung liegt noch nicht vor. Sie ist aber auf dem Wege", sagt Architekt Bernd Redlich.

Noch sind auch die 50 000 Euro Fördermittel nicht freigegeben. Wie Georg Frank vom Landesamt für Denkmalpflege (Obere Denkmalbehörde) bestätigt. "Das Vorhaben in Markee ist auf der Prioritätenliste, aber solange im Land die Haushaltssperre gilt ..."

Von diesen Dingen lässt sich Angela Johannes nicht abschrecken. Sie freut sich, dass an der Kirche endlich etwas gemacht werden kann, auch wenn die Auflagen der Denkmalschützer die Kosten in die Höhe getrieben haben. "Alles Erhaltenswerte muss wieder verwendet werden. Also zum Beispiel der Dachschiefer."

Aber zuerst nehmen Zimmerer Rainer Wagner und seine Kollegen in den nächsten Tagen den Turmhelm ab. Dieser wird dann am Boden neu aufgebaut. Während dieser Zeit ist die Kirchenglocke außer Betrieb. "Es wird bei Beerdigungen eine Notlösung geben", verspricht die Pfarrerin. Der Weg zur Glocke sei schon in den zurückliegenden Monaten nur "mit einem unvernünftigen Maß an Gottvertrauen" möglich gewesen. "Die Bodenbretter sind teilweise durchgebrochen", erzählt Angela Johannes.

Noch völlig offen ist die Finanzierung der später geplanten Bauabschnitte: Dach umdecken, Mauerwerk neu verputzen, Glockenstuhl und Orgelbalg erneuern. "Die Anschlussförderung aus dem Dach- und Fach-Programm wird beantragt. Ob es klappt?"

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