Sieversdorfer Kirche: Bis zum Sommer wird gebaut

 Sieversdorfer Kirche
Die Sieversdorfer Kirche: Container und Materialien künden von Bauarbeiten.
MOZ-Foto: Regina Mattern
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Sieversdorf (MOZ) Fast nichts ist in der Dorfkirche Sieversdorf an seinem angestammten Platz: Altar und Kanzel fehlen, der Fußboden ist aufgestemmt, die Orgel verhüllt. Das Gotteshaus ist seit Juli vorigen Jahres Baustelle. Die Instandsetzung der Innenräume ist in vollem Gange.

Bereits 2003 wurden Bauarbeiten am Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert durchgeführt. Die Mauerwerkskrone und der Dachstuhl waren von Schwamm befallen, mussten saniert werden.

Seit Juli nun wird der gesamte Innenraum bearbeitet. Der teilweise vorhandene Zementputz wurde entfernt und durch Kalkputz ersetzt. Der Fußboden, der in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Beton-Estrich überzogen worden war, hatte Feuchtigkeit angezogen, musste entfernt werden. Die Neugestaltung erfolgt mit Ziegeln, die aus Denkmalbauten stammen. Die Farbgestaltung der Wände wird der historischen Gestaltung von 1850 nachempfunden. "Das haben Kirchengemeinde, Restaurator und Denkmalschutz so entschieden", sagt Kirchenältester Frank Schütte, der im Auftrag der Kirchengemeinde die Arbeiten begleitet. Im Chorbereich, dem Altarraum, ist jetzt schon ein Sternenhimmel zu sehen. Der Altaraufbau wird komplett erneuert.

Die Fenster des historischen Gebäudes erhielten eine neue Bleiverglasung und sind mit Lüftungsklappen versehen. Eine Bankheizung soll dafür sorgen, dass künftig sowohl Gottesdienst als auch Konzerte in angenehm temperierter Umgebung genossen werden können. Die Bänke werden aufgearbeitet und farblich neu gestaltet, die bisher spärliche Elektroanlage erneuert und erweitert.

Die Kanzel, die früher auf einem Holzpfosten stand, später dann umgesetzt und auf einen gemauerten Sockel gestellt wurde, erhält wieder einen Holzpfosten, eine Holztreppe und ihren alten Standplatz. Auch die beiden Epitaphe werden zur Zeit restauriert.

Der nördliche Anbau, der bisher ausschließlich als Trauerhalle für weltliche Beerdigungen diente, wird neu gestaltet und soll künftig auch als Winterkirche genutzt werden.

Rund 150 000 Euro sind für die Arbeiten veranschlagt. Diese Mittel stammen zu einem Drittel aus Fördermitteln des Landes Brandenburg und einem Drittel aus Förderungen der Hermann Reemtsma Stiftung sowie der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg, wobei die Sparkassenstiftung sich gemeinsam mit der Sparkasse Oder-Spree einbringt. Das letzte Drittel tragen die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Kirchengemeinde Sieversdorf.

"Vor einigen Jahren haben wir das Pfarrhaus verkauft. Der Erlös daraus, so war die Auflage der Landeskirche, muss für die Sanierung des Gotteshauses verwendet werden", sagt Frank Schütte. "Viele Kleinspenden von Privatpersonen, denen die kleine Feldsteinkirche in Sieversdorf am Herzen liegt, gehen immer wieder ein. Dafür sind wir sehr dankbar, schließlich hilft jeder Euro."

Darüber hinaus hat auch die Orgelwerkstatt Christian Scheffler, die in Sieversdorf ihren Sitz hat, geholfen. "Die Firma hat den Transport des Altars, der fachgerecht beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf eingelagert wurde, übernommen und die Orgel fachgerecht eingepackt, damit sie keinen Schaden nimmt", sagt der Kirchenälteste.

Die Fertigstellung der Bauarbeiten war eigentlich noch im Jahr 2004 geplant, hat sich aber durch verschiedene Probleme verzögert. Sollten sich nicht weitere ergeben, könnte die Kirche im Sommer dieses Jahres wieder eingeweiht werden. Die Farbproben, die schon angebracht sind, lassen darauf schließen, dass die Sieversdorfer Kirche nun auch von innen ein Schmuckstück wird.

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