DAS WAGENITZER GOTTESHAUS WURDE MIT LIEBE ZUM DETAIL SANIERT

Kirchenschiff ist fast fertig

JENS WEGENER

 Wagenitz

WAGENITZ "Na, wie geht's voran mit der Kirche", fragte Ortsbürgermeister Wilhelm Breitenbücher den Wagenitzer Pfarrer. Und Martin Heinze antwortete ehrlich: "Uns fehlen im Moment 5000 Euro, die die Fördermittelgeber gestrichen haben." Scherzhaft ergänzte er noch: "Sie können das Geld ja spenden". Genau das hat Wilhelm Breitenbücher einige Tage später auch getan, schließlich geht es um ein Wahrzeichen von Wagenitz.

Im September 2001 bekam der knapp sieben Meter hohe, quadratische Turm des 1753 fertig gestellten Gotteshauses einen neuen Helm (MAZ berichtete). Außerdem wurde er komplett verputzt und gelb angestrichen. Auch die Uhr und die Wetterfahne funktionieren seither wieder.

Die zweite Etappe auf dem Weg zu einer sanierten Kirche startete zur Freude des Pfarrers im Oktober vergangenen Jahres und dauert noch an. Diesmal geht es um das Schiff. "Wir müssen sowohl das Dach als auch die Außenhaut sowie alle Fenster erneuern, was natürlich enorm viel Geld verschlingt", sagt Martin Heinze. Um so mehr habe er sich über die vielen Spenden von Privatpersonen gefreut, die schon für den Turm eingegangen waren.

Rund 140 000 Euro stehen für den zweiten Abschnitt zur Verfügung. Geldgeber sind wieder Bund, Land, die Landeskirche Berlin-Brandenburg, die 80 Mitglieder zählende Kirchengemeinde Wagenitz und der Ortsteil. Und trotzdem reicht es nicht. "Etwa zwei Drittel des Gebäudes sind beziehungsweise können verputzt werden, für den Rest suchen wir noch Sponsoren", erklärt der Pfarrer.

Die meisten der neuen großen Holzfenster wurden bereits eingebaut. Allein das Bleiglas kostet pro Stück 1900 Euro. "Wir sanieren hier detailgenau, weil die Kirche unter Denkmalschutz steht. Deshalb gilt unser Dank auch der polnischen Firma, die das Gesims im Kirchenschiff und einen Sims außen wieder originalgetreu hergestellt hat."

Noch offen sei der Farbanstrich, so Heinze. Favorit sei Gelb, damit Turm und Schiff zusammenpassen.

Ein neues Gesicht soll das Dach erhalten. Die alten Betonziegel wurden verschrottet. Jetzt kommen gebrauchte Kirchenbiber drauf.

Witterungsverhältnisse und die gute Auftragslage der bauausführenden Firma (die Leute wurden immer wieder zu anderen Baustellen abgezogen) haben leider einen zeitlichen Verzug bewirkt. Doch dass sieht Martin Heinze nicht so eng. "Hauptsache im März ist alles fertig. Dann wollen wir den Einweihungsgottesdienst abhalten."

Anfang Mai hat sich auch schon das erste Hochzeitspaar angemeldet. "Die beiden wollen hier heiraten, weil ich sie hier schon getauft habe. Auch wenn das Innere der Kirche dann noch eine Baustelle ist."

- Wer für das Kirchenschiff spenden möchte, kann sich unter 033238/8 02 27 melden.

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