SANIERUNG DER KLEINEN KIRCHE VON MAHLENZIEN IST JETZT ABGESCHLOSSEN

Die Kugel auf die Spitze gesetzt

 Mahlenzien

Nun ist sie fertig und ein richtiges Schmuckstück: Die Dorfkirche in Mahlenzien. Unter den wachsamen Augen von Ortsteilbürgermeister Karl-Dietrich Roth montierten gestern Morgen Arbeiter die neue Wetterfahne und die Kirchturm-Kugel auf die Spitze des mittelalterlichen Gotteshauses. Damit sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Fassade, Fenster, die Innendecke, das Fachwerk des Ostgiebels und auch der Dachrand wurden vollständig repariert. Insgesamt 35 000 Euro kostete der Bauabschnitt.

Bereits im November vergangenen Jahres war im Zuge der Sanierungsarbeiten die Kugel abgenommen und geöffnet worden. "Das kommt etwa alle 100 Jahre einmal vor", erklärte Roth. In der Kugel fanden sich historische Dokumente, unter anderem eine Tageszeitung. Nach Einschätzung des Ortsteilbürgermeisters und Pfarrer Siegfried Lück ist die Hülse wegen notwendiger Dacharbeiten am 25. Juli 1895 letztmalig geöffnet worden.

Der Zahn der Zeit hatte mächtig an der Wetterfahne genagt, so dass sie erneuert werden musste. Das dauerte etwa acht Wochen. Der Kirchturmkopf hingegen ist nach wie vor gut in Schuss. Er enthält jetzt noch mehr Münzen und Schriftstücke als bisher. "Allerdings haben wir die historischen Originale nicht wieder hinein getan, sondern Kopien davon", berichtet Karl-Dietrich Roth, der zurzeit eine Chronik für den Ortsteil Mahlenzien erarbeitet.

Neu hinzu gekommen sind ein Beitrag über die Geschichte der Kirche von Pfarrer Siegfried Lück, ein aktuelles Einwohnerverzeichnis, ein Bericht des Ortsteilbürgermeisters über das derzeitige Geschehen, ein Text der Architekten Wolfram und Nicolai, eine Tageszeitung und natürlich Münzen. "Wir haben aber nicht nur Euro und Cent, sondern auch D-Mark, Pfennige und DDR-Mark in die Hülse getan", verrät Roth, der seit 1996 Ortsteilbürgermeister in Mahlenzien ist. Die Feldsteinkirche verdankt ihren Bau dem Adelsgeschlecht der von Schierstedts, deren Wappen den Eingang ziert. Die Familie ließ das Gotteshaus um 1729 auf den Grundmauern des mittelalterlichen Vorgängerbaus errichten, der aus dem 13. Jahrhundert stammen. ne

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