IN DIE SANIERUNG DER KIRCHE HIMMELPFORT FLOSSEN BISHER 220 000 EURO

Neues Dach mit alten Steinen

ANKE DWOREK

 Himmelpfort

HIMMELPFORT Als die Zisterzienser vor rund 700 Jahren Kloster und Kirche im heutigen Himmelpfort errichteten, ließen sie den Baugrund vorher sicher nicht untersuchen. Und der in der Nähe gelegene Haussee und die damit verbundene Nässe machte ihnen bestimmt auch keine Sorgen.

Die hat dafür heute Pfarrerin Sabine Müller, aber sie sind längst nicht mehr so groß wie vor ein paar Jahren, als sie die Pfarrstelle übernommen hatte. Nach langem Bemühen war es ihr 2003 gelungen, genügend finanzielle Mittel zu bekommen, um mit der Sanierung der Klosterkirche beginnen zu können. Die Landeskirche gab Geld, der Landkreis förderte gleich zweimal über das Gemeindefinanzierungsgesetz, und auch die Kommune Himmelpfort steuerte ihren Teil zum Erhalt des wertvollsten Denkmals des Ortes bei.

Bisher sind rund 220 000 Euro verbaut worden. Für die Himmelpforter sind die am sichtbarsten auf dem Dach der Kirche. Das ist neu und wiederum alt. Der Denkmalschutz hatte verlangt, dass alte Biberschwänze verwendet werden. Unter dem Dach lauerte die Baukatastrophe schlechthin. "Wir haben damit gerechnet, vielleicht zwei Deckenbalken erneuern zu müssen. Aber dann sahen wir, dass fünf vollständig vom Hausschwamm befallen waren. Die mussten natürlich alle raus und neue rein. Deshalb reichte das Geld im vergangenen Jahr erst mal nur fürs halbe Dach", berichtet Sabine Müller. Inzwischen ist das Dach aber komplett. Das Gesims wurde nach historischem Vorbild wieder hergestellt, schadhafte Stellen an der Fassade sind verputzt worden, und an der hinteren Seite der Kirche hat der Denkmalschutz sogar das Anbringen einer Dachrinne erlaubt. "Dennoch werden wir immer mit einer gewissen Nässe im Bauwerk leben müssen. Die Fachleute haben erklärt, dass es für die Kirche kein hundertprozentiges Verfahren zum Trockenlegen gibt", bedauert Sabine Müller.

Im Kircheninneren ist auch eine Menge passiert. Das Gestühl wurde in einem hellen Gelb-Braun gestrichen, die Wände in lichtgrau. Von den Fenstern wurden die Gitter entfernt, und auch der "Glaskasten" am Eingang ist weg. Wenn sie besser funktionieren würde, wäre Sabine Müller auch auf die Bankheizung sehr stolz, aber sie wird darauf dringen, dass die nachgebessert wird. Das, findet sie, ist die Firma schon den vielen Spendern schuldig. 65 Himmelpforter Familien - und das sind beileibe nicht alles Kirchengänger - haben 2800 Euro für die Heizung gegeben, ein Zootzener spendierte 1000 Euro. Angesichts solch einer Welle der Hilfsbereitschaft ist Sabine Müller sehr dankbar und wertet dies als Zeichen dafür, dass die Himmelpforter - gleich welcher Konfession - die Klosterkirche als ihren Dorfmittelpunkt sehen.

Am 15. Mai wird die sanierte Kirche mit Gottesdienst und Fest eingeweiht.

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