DAGMAR ZIEGLER IN BERLITT / ZUSAGE FÜR EINE ANTEILSFINANZIERUNG

Ministerin im 200-Seelen-Dorf

BERLITT Mit guten Nachrichten kam die Brandenburger Finanzministerin Dagmar Ziegler gestern nach Berlitt. Sie brachte die Zusage für eine Anteilsfinanzierung zur Restaurierung der Berlitter Kirche mit. Für einen Bescheid fehlt aber noch die Aufschlüsselung der Kosten des Vorhabens. Erst dann steht fest, wie viel Geld es gibt.

Dass die Finanzministerin dem 200-Seelen-Dorf einen Besuch abstattete, ist Pfarrer Matthias Hirsch zu verdanken. Er schrieb der Ministerin einen Brief, weil sie auch Herrin über den Lotto-Fonds ist, in den die Lottogesellschaften einzahlen. Projekte wie zum Beispiel in Berlitt können davon finanziert werden. Pfarrer Hirsch hatte bei Dagmar Ziegler Interesse geweckt und sie kündigte ihren Besuch an.

"Ich liebe alte Kirchen. Sie sind das Zentrum für die Dorfbewohner und sehr wichtig", sagte Dagmar Ziegler bei ihrer Ankunft in Berlitt. Bei der Begehung des Areals ließ die Ministerin sich von Pfarrer Hirsch und dem Architekten Uwe Mücklausch führen. Dagmar Ziegler erfuhr z. B., dass Gestühl und Dachstuhl noch im Originalzustand sind. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert gebaut. Matthias Hirsch erklärte, dass die letzten Bauarbeiten um 1900 stattgefunden haben. Aus dieser Zeit stammt die Orgel. Uwe Mücklausch berichtete von den Arbeiten an der Giebelwand. Sie musste in sechs Meter Tiefe mit 14 Betonsäulen unterspritzt werden, da die Wand sonst umgefallen wäre. All diese Arbeiten begannen im August des vergangenen Jahres und sind nun abgeschlossen. Jetzt geht es an den nächsten Bauabschnitt - die Restaurierung des Dachstuhls. Im kommenden Jahr wird die Sanierung des Kirchturms in Angriff genommen.

Neben den großen Vorhaben wollen die Gemeindeglieder um Pfarrer Hirsch auch Aufgaben aus eigener Kraft bewältigen. Das sollen die Reparatur von Orgel und Glocke, der Einbau eines elektronischen Uhraufzuges, einer Läuteanlage sowie der Neuguss der zweiten Glocke sein. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg abgeholt und zur Waffenherstellung eingeschmolzen. Zieht man einen Strich unter die Pläne, kommt am Ende die Summe von 25 000 Euro heraus. Ein Spendenbrief ging deshalb durch die Gemeinde, an Freunde und an die Partnergemeinde Erkelenz. Mit großer Resonanz, wie Hirsch feststellte. "2500 Euro haben die Berlitter schon gespendet." Dazu kommen noch 6000 Euro von der Landeskirche, der Evangelischen Kirche der Union und der Partnergemeinde Erkelenz. Rechnet man das Lottogeld dazu, ist man den 25 000 Euro nicht mehr so fern, freute sich Hirsch.

Auch der Kyritzer Bürgermeister Hans-Joachim Winter kam nach Berlitt. Ob Kyritz dem Ortsteil eine Finanzspritze zukommen lassen kann, dürfe er nicht entscheiden, so Winter. Dazu müssten die entsprechenden Gremien befragt und die Haushaltslage berücksichtigt werden. Außerdem habe laut Winter die Sanierung des Klosters in Kyritz erst einmal Priorität. rab

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