FÖRDERGELD ZUR SANIERUNG DER BRÜCKER KIRCHE FLIEßT MIT EINEM TRICK

Mieter im eigenen Hause

THOMAS WACHS

Lambertius-Kirche in Brück

BRÜCK In neuem Glanz soll die Lambertius-Kirche in Brück demnächst erstrahlen. Die Amtsverwaltung und die Landeskirche Berlin-Brandenburg als Eigentümerin arbeiten seit Jahren daran, das Gotteshaus im Rahmen der Altstadtsanierung grundlegend zu renovieren.

Nun sollen die Pläne endlich Realität werden. Bereits seit 1996 hatte die Brücker Kirchengemeinde auf den dringenden Sanierungsbedarf des im 18. Jahrhundert nach einem großen Stadtbrand wiedererrichteten Gotteshauses hingewiesen und einen Baubeschluss gefasst, erzählt Pfarrer Hans-Peter Nitsch. Doch fehlten der Kirche wie der Stadt für den Eigenanteil bislang das nötige Geld.

Das haben die Stadt und das Konsistorium der Landeskirche nun gemeinsam mit der Sanierungsbeauftragten der Stadt, Silvia Amann, offenbar gefunden. Der Weg, wie die geschätzte 1,2 Millionen Euro teure Sanierung finanziert werden kann, führt über einen Vertrag mit der Stadt. Sie soll künftig Hauptnutzer des Gebäudes werden und es betreiben.

Dies nämlich würde eine Sonderförderung durch das Landesamt für Bauen und Verkehr garantieren, das 80 Prozent der Kosten tragen würde. Gäbe es die dafür geforderte "vorwiegend öffentliche Nutzung" des Gotteshauses nicht, würde das Land seinerseits nur 40 Prozent beisteuern, erläutert Amtsdirektor Christian Großmann die Idee. Daher wurde nun bereits der Entwurf eines Nutzungsvertrages erarbeitet. Er soll von den Stadtverordneten in den nächsten Sitzungen nach der Sommerpause diskutiert werden.

Hans-Peter Nitsch ist "sehr optimistisch", dass womöglich noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden könnte.

Allerdings sieht der Pfarrer "bei aller Freude über die Sanierung", auch "einen Wermutstropfen". Er fürchtet, dass die dann fälligen Nutzungsentgelte potenzielle Interessenten abhalten könnten, das Gotteshaus zu mieten. Dies müsste dann nämlich auch die Kirche selbst tun und so zum Mieter im eigenen Hause werden. Das würde bedeuten, das Haus nicht mehr nach Belieben sondern nur nach Maßgabe der Finanzen nutzen zu können, sagt der Pfarrer. "Je weniger die Kirche also für Veranstaltungen gebucht würde, desto höher wäre das fällige Entgelt", fürchtet Nitsch. Immerhin müssten Betriebskosten für die nötige neue Heizung, für Wasser, Telefon oder Strom beglichen werden.

Doch denkt der Pfarrer auch einen Schritt weiter: "Für unsere alltägliche Gemeindearbeit brauchen wir die Kirche heute eigentlich nicht mehr". Dafür biete das moderne Gemeindezentrum in Rottstock beste Bedingungen. Auch würde die für alle bisherigen Ortsteile der Stadt zentral gelegene Kirche in Rottstock für religiöse Festtage durchaus genügend Platz bieten. Überdies verfüge die Stadt in Trebitz und Gömnigk über zwei weitere Gotteshäuser für Feste und Trauungen.

Dennoch plädiert Hans-Peter Nitsch für die Sanierung der Lambertius-Kirche. Sie müssten von Grund sowohl außen als auch im Innenraum saniert werden. Die Kosten dafür würden das Land Brandenburg, die Landeskirche Berlin-Brandenburg, der Kirchenkreis Lehnin-Belzig sowie die Stadt Brück tragen.

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