EDITH RICHTER SORGT EHRENAMTLICH FÜR EINE OFFENE RECKAHNER KIRCHE

Es klimpert in der Kollekte

MARCUS ALERT

Edith Richter

RECKAHN In der Kollektenbüchse der Reckahner Kirche klimpert es schon seit längerer Zeit nicht nur nach den Gottesdiensten. Immer häufiger machen Touristengruppen, die das Schloss und das Schulmuseum besuchen, auch einen Abstecher in das barocke Gotteshaus mit seiner ganz besonderen Ausstattung. Dann ist Edith Richter gefragt. Ein Anruf und die 62-jährige Rentnerin eilt per Fahrrad zur Kirche, um das Gotteshaus für die Besucher zu öffnen.

"Seit der Eröffnung des benachbarten Rochow-Schlosses als Museum vor zwei Jahren ist der Andrang deutlich größer geworden", sagt die Reckahnerin, die seit 1986 dem Gemeindekirchenrat angehört. Den Schlüssel gebe sie seitdem niemals aus der Hand. Und wenn sie doch einmal nicht da ist, würden Horst und Gerda Thüm die Aufsicht übernehmen. Schloss Edith Richter anfangs die Kirche nur für die Besucher auf, macht sie inzwischen auch richtige Führungen. Das Zieren des Altars mit frischen Blumen gehört auch dazu.

"Ich habe mir inzwischen einiges zur Historie angelesen und höre auch dem Pfarrer Pachali zu, wenn er mit Touristen hier ist", berichtet Edith Richter. Angemeldete Reisebusse versuche sie jedoch immer dem Pfarrer zuzuschieben, der sich nun einmal besser auskenne. Doch bei Terminüberschneidungen müsse inzwischen auch sie als Kirchenführerin ran. Dies sei immer häufiger der Fall. Hinzu kommen im Sommer die Wochenenden. Denn Pfarrer Gerke Pachali, Edith Richter sowie Familie Thüm öffnen die Kirche jeden Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr für Besucher der Gemeinde Reckahn. Abwechselnd übernehmen sie die Aufsicht.

Nach dem Rundgang verweist die ehrenamtliche Helferin auch immer auf die Kollektenbüchse in Form einer Kirche. Seit den 1960er-Jahren steht die Sammeldose im Gotteshaus. Das dazugehörige Kollektenheft wird seit dem Jahre 1967 auf Pfennig und Cent genau geführt. Gab es zu DDR-Zeiten in diesem Buch fast ausschließlich Eintragungen nach den Gottesdiensten, sind es jetzt auch die Touristen, die Geld in der Kirche lassen. Oft klimpern zwar nur die Centstücke, doch ab und zu finden sich auch Scheine in der Büchse. Hinzu kommt der Erlös aus dem Verkauf von Postkarten.

"Das Geld ist ausschließlich zum Erhalt der Reckahner Kirche gedacht", berichtet Pfarrer Gerke Pachali. Zumindest kleinere Reparaturen und Anschaffungen könnten dadurch finanziert werden.

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