Opfer der Provinz

Sanierung von Denkmalen: Leuchtturm ja, Dorfkirche:nein

Da war in der SZ zu lesen, dass der Fortbestand der drei öffentlich finanzierten Berliner Opernhäuser gesichert sei; Kulturstaatsministerin Chrisina Weiss stelle dafür 25 Millionen Euro pro Jahr bereit. Mancher mag sich gefragt haben, woher das Geld kommt. Jetzt wissen wir es also: Die Förderprogramme des Bundes, mit denen heruntergekommene, aber bedeutende Baudenkmale im Osten der Republik saniert werden sollten, werden - wie Steffen Kraft berichtet - eingestellt, um genau diese Summe umschichten zu können. Mit 25 Millionen Euro kann man Jahr für Jahr Hunderte von Baudenkmalen vor dem weiteren Verfall retten - die dritte hauptstädtische Oper ist offenbar wichtiger.

Als Vorsitzender des Landesdenkmalrates von Brandenburg rege ich an, ehrlicherweise wenigstens in den Berliner Opern eine Ausstellung zu installieren, in der - im abendliches Wechsel - die Baudenkmale gezeigt werden, die wegen einer bestimmten Auführung nicht saniert werden können. Das festlich gestimmte Opernpublikum sollte doch wenigstens wissen, welche Opfer die Provinz für sein Vergnügen bringt.

Prof. Dr. Leo Schmidt, Cottbus

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