Expertenrunde besucht vier kleine Dorfkirchen
Landrat will sich Bild von Aufgaben des Denkmalschutzes machen

Von unserem Redaktionsmitglied Monika Strehlow

Uckermark. "Wenn der Landesfürst nicht mitzieht, dann haben die Anstrengungen wenig Sinn", zollt der brandenburgische Landeskonservator Prof. Dr. Detlev Karg gestern Mittag dem uckermärkischen Landrat Klemens Schmitz (SPD) seine Anerkennung. Dieser hatte zu einer "Denkmaltour" durch einen kleinen Teil der Uckermark geladen, um sich "selbst einen Eindruck von den Aufgaben des Denkmalschutzes und dem Gemeinwillen vor Ort" zu machen. Der runde angeschlossen hatten sich auch Dr. Peter Schabe, Projektreferent der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie die Fachreferentin Dorferneuerung und ländlicher Raum im Flurneuordnungsamt, Gerlinde Pieper. Mit Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, war die Gruppe komplett sowohl in den fachlichen Kompetenzen als auch unterschiedlichen Ausgangspunkten und Argumenten. Ziel waren die Dorfkirchen in Gollmitz, Klaushagen, Küstrinchen und Sternhagen. Vor Ort wurde im Gespräch mit Pfarrern, Fördervereinen und Vertretern der Kommunen schnell deutlich, dass die Häuser in unterschiedlichem Bauzustand sind, aber durchweg auf engagierte Menschen vertrauen können.

Noch am Anfang

So ist beispielsweise die Dorfkirche Küstrinchen seit 30 Jahren nicht mehr genutzt akut vom Einsturz gefährdet. Sie ist ein trauriges Beispiel dafür, dass ein Bruchteil der nunmehr notwendigen Mittel zur Sicherung genügt hätte. Der Förderverein will in Kürze mit ersten arbeiten beginnen, er steht am Anfang. Dagegen ist die Kirche in Gollmitz, um die sich seit einem Jahrzehnt der Förderkreis Wehrkirche Gollmitz sorgt, heute wieder nutzungsfähig. Dessen Vorsitzender Jürgen von Chamier machte aber deutlich, dass mit den jüngsten Arbeiten an den Fenstern und im Inneren die eigenmittel nicht mehr für die Sanierung der Sakristei reichten. 25.000 Euro stehen offen, Mittel aus dem amt für Flurneuordnung können nicht abgerufen werden. Eigenmittel seien ein generelles Problem, das bisher nicht gelöst werden konnte, warb der Landeskonservator bei den Gollmitzern um Verständnis, in diesem Jahr nicht helfen zu können. Schmitz versicherte aber, Prioritäten neu zu setzen. "Es darf nicht passieren, dass Gelder da sind, nur auf Grund fehlender Eigenmittel aber nicht abgefordert werden können."

 

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