NACHGEFRAGT: Warum sich die Brandenburger Architektin Heidrun Fleege für die Rettung des Rogäsener Bauwerkes einsetzt

"Die Dorfkirche muss in die Köpfe der Leute hinein"

Weshalb setzen Sie sich als Brandenburgerin für das Rogäsener Gotteshaus ein?

Fleege: Weil ich nur einen Steinwurf entfernt geboren wurde. Mein Bruder wohnt noch im Elternhaus in Rogäsen. Ich erlebte die Kirche als sie intakt war und ihren rauen Charme versprühte. Jetzt ist dieses Kulturdenkmal eine Ruine und schreit nach Rettung.

Die Sanierung des um 1900 erbauten Turms sollte 2002 beginnen. Bleibt es dabei?

Fleege: Leider nein. Wir hatten über das Programm "Dach und Fach" des Landeskulturministeriums rund 53 000 Euro Fördergeld beantragt, sind aber nicht reingekommen. Für 2003 sind wir auf dem ersten Nachrückerplatz. Die Gesamtkosten für den schiefergedeckten Turm, durch den es inzwischen regnet, schätze ich auf mehr als 80 000 Euro. Mit ihm soll begonnen werden, damit er nicht auch noch einstürzt. Erst dann kann man sich ans Dach des Kirchenschiffes wagen. Ohne Förderung und Sponsoren geht aber nichts.

Heißt dies, dass dieses Jahr nichts an der Kirche passiert?

Fleege: Doch, vorbereitende Untersuchungen. Die schönen Ausmalungen in Apsis und Längstschiff sind zu sichern. Um ein Signal zu setzen, baten wir die Untere Denkmalschutzbehörde um eine Beihilfe. Gerade ging der Bescheid über 3600 Euro bei der Kirchengemeinde als Eigentümerin ein, die andere Hälfte muss selbst aufgebracht werden. Beauftragt werden Holzgutachter und Restauratoren, dazu berät die Arbeitsgruppe noch. Ihr gehören Pfarrer Lück, Rogäsens Kirchenälteste, Bürgermeister Probst, Amtsdirektorin Gudrun Liebener und ich an.

Man wird also einen langen Atem brauchen, bis die Kirche in alter Schönheit erstrahlt?

Fleege: Zehn Jahre könnten ins Land gehen. Ist die Hülle erst fertig, kann man ans Inventar denken. Das alte ist wie das Dach auf mysteriöse Weise verschwunden. Am wichtigsten ist jetzt, dass die Dorfkirche, die einmal multifunktionell genutzt werden soll, sich in den Köpfen der Rogäsener festsetzt. Dann könnte das Projekt zum Selbstläufer werden. Um die Leute zu informieren, schwebt mir wie 2001 eine Veranstaltung zum Tag des offenen Denkmals vor.

Wer bei der Rettung der Rogäsener Dorfkirche helfen will, kann auf das bei der MBS eingerichtete Spendenkonto einzahlen: BLZ 16050000, Kontonummer 3623033277.

 
Bilder und weitere Informationen enthält unser Bericht über die Dorfkirche von Rogäsen.

 

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