Geldsegen für Altwustrower Kirche

Altwustrow (MOZ) Der Innenausbau der Barockkirche in Altwustrow kann fortgesetzt werden. Gerhard Eichhorn, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und Thomas Begrich, Geschäftsführer der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) überreichten am Montagnachmittag Pfarrer Dirk Kroll den entsprechenden Fördervertrag. Die beiden Stiftungen fördern die nun anstehende Restaurierung der einzigartigen Papierdecke mit jeweils 20 000 Euro. Insgesamt fließen in diesem Jahr 95 000 Euro an Fördermitteln in das Gotteshaus. Mit der geplanten Papierdeckenrestaurierung steuert die nunmehr über vier Jahre dauernde Kirchensanierung ihrem Ende zu.

Als Pfarrer Dirk Kroll vor zwei Jahren das erste Mal die Kirche in Altwustrow betrat, war er ob der Schönheit dieses kleinen Gotteshauses erstaunt. "Schön ist sie dank des Fördervereins, dank der Gemeinde, der Menschen, die hier leben und die hier gelebt haben", fand er denn auch am Montagnachmittag den passenden Einstieg für einen denkwürdigen Augenblick. "Und schön ist es, dass wir hier versammelt sind, dass die Kirche noch etwas schöner wird." Schöner durch Geld, das Gerhard Eichhorn, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und Thomas Begrich, Geschäftsführer der Stiftung KiBa, am Montag während ihrer Stippvisite in Form eines Fördervertrages mitgebracht hatten. Mit insgesamt 95 000 Euro wird die Barockkirche in diesem Jahr bedacht - jeweils 20 000 Euro fließen aus den Töpfen beider Stiftungen, 40 000 Euro steuert die Reemtsma-Stiftung bei und die Landeskirche beteiligt sich mit 15 000 Euro. Ein wahrer Segen für die Altwustrower und ein deutliches Indiz dafür, dass das Interesse am Erhalt der 1789 erbauten Bauernkirche landesweit groß ist.

Die Stationen der inzwischen vierjährigen Sanierungskur hielt Architekt Achim Krekeler für die Gäste im Rückblick noch einmal fest. Er erinnerte im barocken Saal stehend daran, dass die Senkung der Kirche mittels eines Kalksäulenverfahrens aufgehalten und die Kirche selbst auf spektakuläre Weise mit 14 Lastwagenhebern gehoben werden konnte. Nicht zu vergessen die Neueindeckung des Daches, wo es, wie bei jeder entscheidenden Frage, immer konstruktive Diskussionen mit dem Förderverein und der Gemeinde gegeben hat. Schließlich entschied man sich, das Dach mit den alten Dachziegeln nachempfundenen Dachsteinen zu decken.

Zurzeit wird die Fassade mit Kalkputz verkleidet und erhält diese anschließend einen Anstrich mit Kalkfarbe. Übrig bleibt die aufwendige Restaurierung der vor 180 Jahren geklebten klassizistischen Papierdecke - eine Decke, die man sich sonst nur in Schlössern oder Gutsherrenhäusern vorstellt. Eine Rarität, die Ihresgleichen in der Kirchenlandschaft Deutschlands sucht. Dass diese Decke zu DDR-Zeiten mit Hartfaserplatten kaschiert wurde, wie Achim Krekeler am Montag erwähnte, war vielleicht nicht die feine Art, aber gerade dieser ungewollte Schutz hat mitunter dazu geführt, dass sie noch so gut erhalten ist.

Gerhard Eichhorn sah vor allem in der Zusammenarbeit von Kirche und Gemeinde bzw. Förderverein ein wesentliches Förderkriterium erfüllt und schritt denn auch gleich mit Thomas Begrich und Pfarrer Dirk Kroll zur Vertragsunterzeichnung. "Das Beste für den Spender ist es, wenn er weiß, dass die Spende gut ankommt", so Thomas Begrich. Das dem so ist, das wird spätestens zum Abschluss der kompletten Sanierung deutlich werden. Dafür fehlen aber noch 40 000 Euro.

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