BEI VERSCHNAUFPAUSEN LOHNT SICH EIN BLICK INS INNERE

Kirchen an der Skate-Strecke

ELKE LANG

LUCKENWALDE Viel ist schon über die "Flaeming-Skate" geschrieben worden. Was aber in den Prospekten und Karten dazu noch völlig ausgeklammert wird, sind die vielen kleinen Kirchen. Ohne die ist ein Dorf eigentlich kein richtiges Dorf. Sie sind Wahrzeichen und tragen auch wesentlich zur Attraktivität eines Ortes bei. Die Entstehungszeit der Kirchen reicht vom Anfang des 13. Jahrhunderts bis zum 19. Jahrhundert. So vielfältig ist auch ihre Gestalt. Hiltrud Preuß, Denkmalpflegerin im Kulturamt des Landkreises Teltow-Fläming, hat uns einige ihrer liebsten und interessantesten als Noch-Geheimtipp verraten. Romanische Feldstein-Saalbauten finden wir darunter. Zum Beispiel bei der um 1404 erweiterten Kirche in Werder. Auch die Kirche in Petkus mit ihrer rundbogigen Priesterpforte und in Körbitz mit der typisch romanischen Apsis gehören dazu. Wogegen es sich in Niebendorf um einen dreiteiligen rechteckigen Bau mit Apsis handelt, zu dem ein frei stehender hölzerner Glockenturm gehört.

Der frühgotischen Zeit aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis zum 14. Jahrhundert aus Feldstein zuzuordnen sind die Kirchen in Welsickendorf und Gölsdorf, beide mit Fachwerkturm, sowie Oehna und Neuhof. Während die spätgotische Backsteinkirche in Stülpe im 18. Jahrhundert durch Anbauten, plastische Putzgliederung sowie Schweifhaube mit Laterne ins Klassizistische hineingehend überformt wurde.

Ein reiner, schlichter barocker Putzbau ist in Ließen und Dahme zu finden, bei Letzterem allerdings auch mit Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert. Dahme und ebenso Welsickendorf haben sich der vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg initiierten Bewegung "Offene Kirchen" angeschlossen.

In Dahme kann von 10 bis 17 Uhr der Schlüssel im Pfarramt Geschwister-Scholl-Straße 7, - (03 54 51) 4 76 abgeholt werden und in Welsickendorf bei Familie Grahl, Dorfstraße 36a, (0 33 74 6) 7 30 57.

Ein Blick in das Innere lohnt sich in den meisten Fällen. Die reiche Ausstattung der evangelischen Kirche in Dahme aufzuzählen, würde den Platz sprengen.

In Welsickendorf wäre vielleicht das bemalte Muldengewölbe aus dem 18. Jahrhundert hervorzuheben, so wie auch Niebendorf und Petkus bemalte Holzdecken aufweisen, beide mit floralen Motiven, und Stülpe mit Wolkenhimmel und Posaunenengel. Auch lassen sich wertvolle Holzschnitzereien, darunter in Neuhof ein Kanzelaltar von um 1700, in Körbitz einer des ersten Viertels des 18. Jahrhunderts sowie in Stülpe und Ließen ein Taufengel, entdecken. Oder gar als kostbare, hier nicht zu häufig zu findende Kleinode zwei gotische Flügelaltäre wie in Stülpe. Wer ein bisschen Geduld und Findigkeit aufbringt, wird auch zum Inneren dieser Kirchen Zutritt erhalten, denn in jedem Dorf gibt es ein freundliches, hilfsbereites Mitglied der Kirchengemeinde, das einen Schlüssel zum Gotteshaus bewahrt.

Alles in allem lohnt es sich, nach einer ausgedehnten Tour auf der "Flaeming-Skate" in einem der Orte eine Verschnaufpause einzulegen und einen Blick in die Kirche zu werfen.

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