ROGÄSENS KIRCHTURM WIRD FÜR 75 000 EURO SANIERT / FÖRDER-ZUSAGE IST DA

Unter Dach und Fach

CLAUDIA NACK

ROGÄSEN - Architektin Heidrun Fleege ist glücklich, Bürgermeister Hans-Joachim Probst erleichtert und Pfarrer Siegfried Lück zufrieden: Die Zusage über 75 000 Euro für die Sanierung des Rogäsener Kirchturmes ist vom brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege eingetroffen. Über das Bund-Länder-Programm "Dach und Fach".

Fleege, die ihre Kindheit in dem Dorf im Fiener Bruch verbracht und nur einen Steinwurf von der mittelalterlichen Feldsteinkirche entfernt gewohnt hat, vor allem macht sich dafür stark, dass dieses Bauwerk nicht weiter verfällt. Seit einem Vierteljahrhundert hat es kein Dach. Pfarrer Büttner ließ es damals abnehmen.

Bis die Ruine in Rogäsen keine Ruine mehr ist, wird noch viel Zeit ins Land gehen. Geguckt werden muss nach Fördertöpfen und danach wie sich der Anteil der kleinen Kirchengemeinde, die laut Lück nicht viel leisten kann, aufstocken lässt. Die Sanierung des Turmes mit dem erst 1897 dazu gekommenen Aufbau ist der erste Schritt. Vorbereitende Arbeiten wie Holzgutachten, Bestandsaufnahme und restauratorische Voruntersuchung sind bereits gelaufen.

Von den 75 000 Euro werden zwei Drittel über "Dach und Fach" gefördert. "Der Eigenanteil ist gesichert", versichert Lück. Dieses Drittel bestreitet fast ausschließlich die Kommune, die schon im vorigen Jahr in ihrem Etat die 25 000 Euro eingeplant hatte. Damals rutschte Rogäsens Gotteshaus aber nicht ins Förderprogramm hinein. Daher ist Fleege nun doppelt froh, es im zweiten Anlauf "zwischen zwei Haushaltssperren des Landes" geschafft zu haben.

Vom Knopf bis zum Terrain soll der Turm saniert werden. "Er wird repariert", sagt die Architektin, denn es geht darum, möglichst viel historische Substanz zu erhalten. Im Fachwerk haben sich Holzschädlinge und Nassfäule eingenistet - sie werden bekämpft. Das vorgeblendete Backstein-Mauerwerk ist zum Teil ausgewaschen - es wird neu verfugt, erklärt die Architektin. Saniert wird auch der aus Feldsteinen gemauerte untere Bereich des Turmes. Durch sein Dach regnet es - daher erhält es neue Schiefer. Die Arbeiten sollen laut Fleege so schnell wie möglich ausgeschrieben werden. "Denn wir wollen möglichst im Herbst fertig sein." Kirchenschiff und -dach sollen in einem zweiten Bauabschnitt an die Reihe kommen. Das Innere liegt noch in weiter Ferne.

"Wir werden einen langen Atem haben müssen", weiß die couragierte Architektin nur zu gut. "Doch man hat einfach die Verpflichtung dieses Denkmal mit den vielen mittelalterlichen Resten zu erhalten."

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