Bürgerengagement - ein segensreiches Wirken

Festveranstaltung zur Preisverleihung "Starthilfe für Kirchen-Fördervereine"

 
Kolonistenkirche Großderschau

Als der gerade gegründete Großderschauer Förderverein, im vergangenen Jahr mit dem "Startkapital" ausgezeichnet, euphorisch und seiner Erfolge so sicher zur Preisverleihung 2003 in sein Dorf einlud, war das zumindest mutig. Immerhin war zu diesem Zeitpunkt mit der Instandsetzung der Kolonistenkirche noch nicht einmal begonnen worden. Als sich nun die Eingeladenen dort trafen, war das für die Großderschauer ein Tag des Stolzes. Viel Gutes war inzwischen der einst desolaten Barockkirche geschehen. Wie eine Rechtfertigung für die Erwartungen, die mit der Auszeichnung des Vereins vor einem Jahr verbunden waren, präsentierte sie sich äußerlich in makelloser alter Schönheit und tat damit kund, dass es sicher auch weiter vorangehen wird.

Die große Bedeutung der Fördervereine als wichtige Akteure der Regionalentwicklung würdigte der Vorsitzende der Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg Angus Fowler. Er begrüßte die zahlreichen Gäste, unter ihnen Winfried Smaczny, Leiter der Abteilung Kirchen beim Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur; Dr. Karl-Heinrich Lütcke, Propst der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg; Viola Seeger von der Robert Bosch Stiftung und Dr. Karin Zinkann, die im Rahmen der Festveranstaltung den Kulturerbe-Preis der EU an den Förderkreis Alte Kirchen überreichte.

Winfried Smaczny griff in seinem Grußwort das Leitwort des Ökumenischen Kirchentages "Ihr sollt ein Segen sein" auf. Bürgerinitiativen, die sich um den Erhalt unseres kulturellen Erbes verdient machen, seien ein Segen für die Gesellschaft. Bei allen Schwierigkeiten, die solchem Engagement oft im Wege stehen und am Gelingen zweifeln lassen, sei Erfolgsgewissheit zu schöpfen aus dem Lutherwort: "...es muss uns doch gelingen."

Frau Schiemann, Vertreterin der Brandenburger Kulturministeriums, machte deutlich, welch hohen Stellenwert die Bewahrung unseres kulturellen Erbes und in diesem Bereich auch der Kirchengebäude hat. Sie nehmen in Brandenburg unter allen geförderten Projekten der Denkmalpflege rund 80 Prozent ein. In diesem Jahr werde die Erhaltung von 27 Kirchen im Rahmen des Staat-Kirchen-Vertrages unterstützt.

Dass das Engagement so vieler für den Erhalt ihrer Kirchen im Dorf auch eine Ermutigung für die Evangelische Landeskirche ist, versicherte Propst Dr. Karl-Heinrich Lütcke. Er bezeugte großen Respekt für die Ausgezeichneten, aber auch für den Auszeichnenden, den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Hier werde eine fruchtbare "Segenskette" sichtbar.

Viola Seeger hatte die von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekte des FAK Berlin-Brandenburg jahrelang mit Beratung und Anregungen begleitet. Sie würdigte vor allem den Mut und den Optimismus all derer, die sich mit der ehrenamtlichen Arbeit in einem Förderverein all den oft unüberwindbar erscheinenden Hindernissen, den Mühsalen und auch dem nie ausbleibenden Ärger entgegenstellen. "Sie dürfen dennoch gewiss sein, dass sie für die Kirche und für den Staat unverzichtbare Partner sind."

Für die Ausgezeichneten dankte der Vorsitzende des Fördervereins Gedächtniskirche Rosow, Karl Lau, mit der Versicherung, dass die willkommene Starthilfe eine gute Ausgangsbasis und eine Ermutigung für die künftige Arbeit sei, die gerade erst begonnen wurde.

In einer viel beachteten Ausstellung hatten sich die Vereine mit ihren Erfolgen, aber auch ihren Problemen vorgestellt und damit viele Impulse gegeben zu lebhafter Diskussion und angeregtem Gedanken– und Erfahrungsaustausch der Veranstaltungsteilnehmer.

Dank gebührt der gastgebenden Kirchengemeinde Großderschau für die freundliche Bewirtung, ebenso den jungen Musikantinnen vom Duo Tonale, die mit ihrer Kunst wesentlich zur beschwingten Stimmung an diesem fröhlichen Tag beitrugen.

Eva Gonda

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