Schöne alte Dame

Architekt Wolfdieter Max Vogt ließ Liebfrauen wieder erstrahlen

SIMONE DUVE

JÜTERBOG Als vor wenigen Tagen mit einem Festgottesdienst die erfolgreiche Sanierung der Liebfrauenkirche gefeiert wurde, strahlte nicht nur die Frühlingssonne, sondern auch der Architekt Wolfdieter Max Vogt.

"Bei einer Altbausanierung ist es wichtig, die Bauabschnitte richtig aufzuteilen. Ansonsten gilt die alte Regel am Bau: Von oben nach unten und von außen nach innen", erklärte der Fachmann.

Bei der Liebfrauenkirche hieß der Auftrag: Substanzerhalt, Dach- und Fassadenerneuerung. "Diese Kirche erstrahlt in neuer Schönheit. Sie ist verwandelt. Nicht jünger, aber als alte Kirche strahlender geworden", hatte Superintendent Matthias Fichtmüller in seiner Predigt gesagt.

Dass dies in fünf Jahren anstrengender Arbeit gelungen ist, ist nicht zuletzt dem Engagement von Wolfdieter Max Vogt zu danken.

Der Potsdamer Architekt wurde 1952 in Kiel geboren. Nach der Schule hat er 1976 seinen Tischler-Gesellen gemacht und 1982 sein Diplom als Ingenieur für Architektur an der Technischen Universität Berlin erworben. Danach arbeitete er als freier Architekt, gründete 1989 sein eigenes Büro in Berlin und 1995 ein zweites Büro in Marquardt bei Potsdam. Vogt ist ausgewiesener Altbauexperte, insbesondere von Kirchen, zum Beispiel in Kloster Zinna, Dalichow, Stülpe, Lübbenau und in Jüterbog. "Das hat sich so ergeben", sagte der Architekt bescheiden.

"Jede Altbausanierung ist eine Herausforderung. Jede Kirche ist anders," erklärt der Architekt. "Ich weiß, dass es immer wieder zu Überraschungen kommen kann."

In der Liebfrauenkirche ist zum Beispiel fast die Nordseite des Nordquerschnitts abgegangen. "Vermutlich hatte es einmal einen Brand gegeben," sagte Vogt. "An der Westseite des südlichen Querschiffs gab es ein ähnliches Problem. Doch alle wurden gemeistert, auch die Finanzen. Wir hatten eine sehr genaue Kostenvorbereitung. Darum konnte der Kostenrahmen eingehalten werden."

Insgesamt gab es fünf Bauabschnitte mit jeweils eigenem Antrag und eigener Frist. Zwei konnten nicht eingehalten werden. "Einmal gab es eine Firmeninsolvenz, und dann wurden die falschen Dachziegel geliefert. Aber sonst lief alles wie gewohnt und reibungslos", konnte Max Vogt zufrieden feststellen.

   Zur Artikelübersicht