SANIERUNG DER MITTELALTERLICHEN FELDSTEINKIRCHE GERIET INS STOCKEN

Gefahr für Mensch und Dach

UWE KLEMENS

RIETDORF Mindestens seit acht Jahren mühen sich Denkmalpfleger, Bauleute und Kirchgemeinde um den Erhalt der zwischen 1270 und 76 erbauten Feldsteinkirche in Rietdorf bei Dahme. 250 000 Euro flossen innerhalb dieses Zeitraums in die Sanierung von Dachhaut- und Gebälk des Kirchenschiffes, des Kirchenschiffes selbst, sowie von Chorraum und Apsis.

"Verglichen mit anderen Kirchensanierungen eine recht übersichtliche Summe", zeigt sich Architekt Uwe Mücklausch vom beauftragten Architekturbüro "trecase" überzeugt. Als Geldgeber fungierten neben der Landeskirche, dem Kirchenkreis und der Kirchgemeinde der Landkreis, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, das Amt für Flurneuordnung, das Denkmalschutzprogramm "Dach und Fach", sowie die "Deutsche Stiftung Denkmalschutz".

Gerettet werden konnte auf diese Weise einer der ältesten Dachstühle Brandenburgs, dessen Alter immerhin mehr als 700 Jahre beträgt. Gerade sein Zustand hatte vor Beginn der Sanierung den Fachleuten die größten Kopfschmerzen bereitet und zur Sperrung des Gotteshauses geführt.

Der meiste Dank, dass die Sanierung soweit vorangekommen ist, gebührt dem Rietdorfer Erhard Kreißler, wie Dahmes Pfarrer Stephan Magirius als zuständiger Seelsorger im Namen von Denkmalpflegern und Gemeinde versichert. Schon seine Eltern und Großeltern haben sich für den Erhalt der Kirche als ein Stück Kulturgut eingesetzt, verriet Erhard Kreißler bei einem gestrigen Vorort-Termin.

Nun, vor Beginn der letzten Sanierungsetappe ist den Sanierern das Geld ausgegangen. Dringend erforderlich sei die Verfugung des aus Feldsteinen gemauerten Turmes, dessen Schäden mit dem bloßen Auge bereits von der Erde zu erkennen sind. Hin und wieder passiere es sogar, dass sich daraus einzelne Steine lösen und herabfallen. Neben der Gefährdung von Kirchenbesuchern besteht so auch die Gefahr, dass die Steine das neu gedeckte Kirchendach beschädigen. "Alle unsere bisherige Arbeit wäre somit zerstört", so Uwe Mücklausch gestern Vormittag.

Angedacht ist, die Verfugung über so genannte Vergabe-ABM von einer Fachfirma ausführen zu lassen. Die Hälfte der insgesamt 50 000 veranschlagten Euro habe man zusammen. Nach weiteren Geldgebern halte man Ausschau.

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