Verein spendete für Mutterkirche

Fünf von acht Gotteshäusern im "Zechliner Land" sind saniert

JÜRGEN RAMMELT

FLECKEN ZECHLIN Der Verein zur Erhaltung der Dorfkirche Zechlin hat im vergangenen Jahr 11 250 Euro für die Sanierungsarbeiten an der Mutterkirche in Dorf Zechlin bereitgestellt. Darüber freut sich besonders Pfarrer Jann Branding, zu dessen Pfarrsprengel "Zechliner Land" noch die Gotteshäuser in Flecken Zechlin, Zempow, Zechlinerhütte, Wallitz sowie in Groß- und Kleinzerlang gehören.

"Mit Hilfe des Geldes konnte im Herbst 2005 die Hülle der Dorfkirche saniert werden", berichtet der Pfarrer. Im Zeitraum von Juni bis November wurden Zimmerarbeiten an den Decken- und Dachbalken sowie im Turm durchgeführt. Aber auch das Dach erhielt zum Teil eine neue Eindeckung mit historischen Ziegeln.

Wandmalereien wurden gesichert

Außerdem wurden Risse in den Wänden beseitigt und die Fundamente an der Altarseite verstärkt. Auch für einen Innenanstrich der Holzdecke und teilweise der Wände des Kirchenschiffes hat das Geld gereicht. Zur Überraschung tauchten bei den Arbeiten bisher unbekannte Wandmalereien aus verschiedenen Epochen auf. Diese konnten jedoch nur teilweise freigelegt werden.

Deshalb hat sich der Verein auch die Aufgabe gestellt, weiterhin Geld zu sammeln, sodass Pfarrer Jann Branding hoffen darf, dass die Restaurierung der Wandmalereien sowie die schrittweise Instandsetzung der Fassadenflächen erfolgen kann. Laut Pfarrer Branding beliefen sich die Gesamtkosten für die Sanierung der Dorf Zechliner Kirche auf über 64 000 Euro.

Neben dem Geld vom Verein habe die Kirchengemeinde selbst 3000 Euro beigesteuert. "Den größten Teil hat jedoch das Land Brandenburg über den Staatskirchenvertrag bereitgestellt", freut sich der Pfarrer. Aber auch die Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz habe sich mit 13 000 Euro und der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin mit 5000 Euro an den Kosten beteiligt.

"Damit sind fünf von acht Kirchen weitgehend saniert", berichtet der Pfarrer. Zu den instand gesetzten Gotteshäusern gehören die Kirchen in Kagar, Wallitz, Zechlinerhütte und Kleinzerlang. Schlimm findet Branding den Zustand der Kirchen in Zempow und Flecken Zechlin. Für die Sanierung der Flecken Zechliner Kirche würden 330 000 Euro und für die in Zempow 220 000 Euro benötigt.

Sorgenkind ist die Großzerlanger Kirche

Als ein großes Problem bezeichnete der Pfarrer die Kirche in Großzerlang. Das 1708 erbaute Gotteshaus ist nach der Dorf Zechliner Mutterkirche aus dem 16. Jahrhundert die zweitälteste Kirche im Pfarrsprengel. Für deren Sanierung wären 180 000 Euro notwendig. Vor allem das Dach müsste dringend repariert werden. Jedoch würde der sakrale Bau aus Sicht der Landeskirche nicht mehr benötigt.

Jann Branding ist über diese Aussage entsetzt: "Man kann doch eine Kirche nicht einfallen lassen!" Um wenigstens die notwendigsten Arbeiten für den Erhalt der Kirche erledigen zu können, haben die Großzerlanger unter Leitung ihrer Ortsbürgermeisterin Annegret Schwab zu Spenden aufgerufen und in den zurückliegenden Jahren zwei Veranstaltungen organisiert, deren Erlös für die Sanierung der Kirche verwendet werden soll.

Märkische Allgemeine vom 28. März 2006

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