SANIERUNG DER DAMSDORFER KIRCHE BALD KOMPLETT / ERSTMALS WIEDER GOTTESDIENST

"Schön ist sie geworden"

HEIKO HESSE

 

DAMSDORF "Schön", sagt Holger Hildach, "schön ist sie geworden." Der Kirchenälteste der evangelischen Gemeinde lässt den Blick durch die Damsdorfer Kirche schweifen. Zwar ist das Innere immer noch eine Baustelle. "Doch bis zum ersten Gottesdienst wird das schon fertig", ist Pfarrer Reinhard Danner überzeugt. Am Sonntag kommender Woche soll es so weit sein.

Dann sei auch das Gerüst außen am Turm verschwunden. Gestern noch gaben Arbeiter dem Putz der sanierten Feldsteinwand den letzten Schliff. Ansonsten sei die Sanierung der Hülle komplett, erläutert Danner. Im Inneren wird die Gemeinde noch einige Zeit mit Provisorien leben. Die Bühne aus roten Ziegelsteinen ist zwar fertig. Doch kommt der Altar noch sehr schlicht daher: zwei Tischlerböcke mit einer Holzplatte. "Für den Altar, eine Art Rednerpult und die Taufe existieren mehrere Entwürfe - wie sie am Ende aussehen, steht noch nicht fest." Wenn alles klappt, könnte die Einrichtung im Laufe des kommenden Jahres entstehen. Offen ist auch noch, wann die Installation mit vom Zoll beschlagnahmten Teilen exotischer Tiere in Angriff genommen wird. Sie ist in der Nische geplant, die einst der Nordeingang zum barocken Gotteshaus war. Klar sei dagegen, dass der renommierte Maler Peter Schubert ein Triptychon schaffen werde, das seinen Platz vis-à-vis der Orgel oberhalb des Altars finde. Bislang könne er nur hoffen, dass das dreiteilige etwa viermal vier Meter messende Kunstwerk im kommenden Jahr realisiert wird. "Ich suche noch Sponsoren", sagt Danner. Schon vor Wochen hatte Schubert das Deckengemälde fertig gestellt. Dass diese Form der Kunst in der Kirche Schaulustige und Kunstinteressierte aus ganz Deutschland anlocken kann, liegt im Sinne der Kirche. "Es waren auch die ersten Auswärtigen hier, um sich umzusehen", berichtet Danner.

Nach anfänglicher Skepsis finde die neue Gestaltung auch unter den rund 300 Gemeindegliedern mehr und mehr Zuspruch. "Wer es sich angesehen hat, findet es gelungen", versichert Hildach.

Rund 219 000 Euro sind Danner zufolge in diesem Jahr in die Kirche aus dem Jahre 1777 investiert worden. Waren Turm und Dach bereits in den beiden Vorjahren saniert worden, folgten die Fassade und das Innere. Deshalb ruhte der Gottesdienst-Betrieb seit Heiligabend 2002.

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