Förderkreis Dorfkirche löst sich auf

Das Aus nach zehn Erfolgsjahren

HEINO MAß

Dorfkirche Diedersdorf

DIEDERSDORF Zu Beginn der jüngsten Mitgliederversammlung des Förderkreises Dorfkirche Diedersdorf am Mittwoch im Dorfgemeinschaftshaus herrschte eitel Freude. Immerhin konnten die 13 anwesenden Mitglieder auf zehn erfolgreiche Jahre zurückblicken. In einem Grußwort betonte Pfarrer Gunther Semptner, der wegen des Geburtstags seines Sohnes verhindert war: "Sie haben in den vergangenen Jahren Großes geleistet!" Daran schloss sich sein Wunsch für die Zukunft an: "Möge der Förderkreis erhalten bleiben und auch weiterhin das Bild unseres Dorfes mitgestalten und prägen."

Doch eine Stunde später konnten die Mitglieder diesen Wunsch nicht erfüllen. Die elfte ordentliche Mitgliederversammlung beschloss einstimmig, "wegen wiederholten Scheiterns der Wahl eines neuen Vorstandes" den Förderkreis zum 31. Dezember 2002 aufzulösen. Noch ist dieser Beschluss nicht rechtskräftig, da laut Satzung dafür eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig ist. Neben den 13 anwesenden müssen also noch mindestens elf weitere Mitglieder in einem schriftlichen Verfahren dem Beschluss zustimmen.

Zum Schluss soll ein Baum gepflanzt werden

Besonders traurig war Willi Krüger, der von Anfang an als Vorsitzender die Aufgaben des Vereins äußerst rege vorangetrieben hat. In einer Bilanz stellte er fest: "Von 1992 bis heute hat der Förderkreis umgerechnet rund 200 000 Euro aus eigenen Mitteln für die Erhaltung und Ausstattung der über 600 Jahre alten Dorfkirche in Diedersdorf inklusive der Restaurierung der historischen Grabkreuze beigesteuert." Dazu gehörten auch der Abriss und Wiederaufbau des Kirchturms sowie die Erneuerung des Dachstuhls und des Daches der Kirche.

Doch trotz großen Engagements kann Willi Krüger, der jetzt 75 Jahre alt ist, die Arbeit als Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter führen. Darum sollte schon im Frühjahr ein neuer Vorstand gewählt werden. Doch die dafür notwendigen sechs Mitstreiter fanden sich damals ebenso wenig wie am Mittwoch dieser Woche. Von den 31 Mitgliedern waren nur 13 erschienen. Nur drei waren bereit, weiter im Vorstand zu arbeiten: Christine Blankenburg, Petra Tietz und Cornelia Pieper. Deshalb schlug der scheidende Vereinsvorsitzende Willi Krüger vor, einen dreiköpfigen Vorstand zu etablieren. Doch das lehnten alle drei ab. "Die Arbeit ist für drei Schultern zu schwer", stellte Christine Blankenburg klar. Sie ist auch Ortsteil-Bürgermeisterin von Diedersdorf. So blieb nur noch die Auflösung des Förderkreises übrig.

Alle anwesenden Mitglieder dankten Willi Krüger für seine aufopfernde Arbeit. "Sie waren die Lokomotive des Vereins", betonte Christine Blankenburg. "Mit dem, was Sie und wir geschaffen haben, brauchen wir uns nicht zu verstecken!" Alle waren sich einig, im Frühjahr eine kleine Feier zu gestalten - zum zehnjährigen Jubiläum und, so genügend Mitglieder dafür stimmen, auch zum Ende des Förderkreises. Der Vorschlag von Cornelia Pieper, bei der Feier einen Baum vor der Kirche zu pflanzen, fand großen Beifall. Das Guthaben des Vereins, rund 3300 Euro, geht laut Satzung an die Kirchengemeinde.

 

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