Landkreis will Denkmaltöpfe auffüllen

Fördersätze und Gesamtbudget steigen

Von Oliver Schwers

Uckermark. Denkmaleigentümer haben Grund zur Hoffnung. Der Landkreis verdoppelt den maximalen Zuschuss zur Förderung von Sanierungsmaßnahmen. Gab es bisher für Einzelobjekte höchstens 10.000 Euro, so erhöhte der Kreistag diesen Betrag auf 20.000 Euro. Im nächsten Haushalt will die Verwaltungsspitze auch das Gesamtbudget für Denkmalpflege deutlich steigern.

Unter der Last der Geschichte stöhnen historische Bauten. Und vor allem ihre Eigentümer. Aufwändige Sanierungsvorhaben kosten Zeit und Geld, auch wenn hinterher ein Blickfang im Ortsbild entstanden ist. Weniger sind es die handwerklichen Probleme, die alten Balken, Lehmwände oder Holzfenster mit sich bringen. Viel mehr Sorgen macht meist die Finanzierung.

Weil zahlreiche Förderprogramme von Land und Bund inzwischen ausgelaufen sind, will der Landkreis Uckermark die entstandene Lücke stärker ausgleichen als bisher. Bisher verteilte der Kreistag nach einem Vorschlag der Unteren Denkmalschutzbehörde jährlich bis zu 150.000 Euro. Auf die Zahl der Anträge umgerechnet, ist das zwar lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch die Grundstücksbesitzer wissen bei der gegenwärtigen Finanznot jeden Zuschuss zu schätzen. Zum großen teil bedeutete der bisherige Zuschuss von maximal 10.000 auch eine moralische Unterstützung, um Fördergelder in größerem Umfang bei Landes- oder Bundesbehörden locker zu machen.

Vize-Landrat Reinhold Klaus will nun versuchen, die Förderung der Denkmalpflege auf ein höheres Niveau zu stellen. Schon im neuen Haushalt sollen weitaus mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. Die genaue Höhe der angedachten Summe bleibt vorerst Verwaltungssache, bis die Fachausschüsse des Kreistages darüber diskutieren.

Mit der bereits jetzt abgesegneten Aufstockung der Höchstfördersätze können vor allem größere Projekte nachhaltig unterstützt werden. Das lohnt sich vor allem bei Gebäuden von hohem Denkmalwert, wie etwa Kirchen.

Der Vize-Landrat hat dabei vor allem die regionale Wirtschaft im Auge. Laut Berechnungen wird jeder in die Denkmalpflege gesteckte Förder-Euro durch weitere Finanzierungen verzehnfacht. Geld, das als Aufträge den ansässigen Handwerksbetrieben zugute kommt. 85 Prozent der in den vergangenen zehn Jahren ausgelösten Aufträge übernahmen tatsächlich Unternehmen der Region.

Kreistagsabgeordneter Hans-Jürgen Waldow (CDU) bezeichnete das jedoch als Milchmädchenrechnung. Wer eine Denkmalsanierung von der geringen Förderung des Kreises abhängig mache, könne es sowieso nicht finanzieren, kritisierte er während der jüngsten Kreistagssitzung. "Es ist dann nur eine Symbolik, die am Ende nichts bringt." Die Auflagen der Denkmalpflege seien hinterher teurer als die gesamte Förderung.

Dagegen hielt Landrat Klemens Schmitz die lange Antragsliste, die jährlich auf den Tisch der Unteren Denkmalbehörde flattert. Außerdem gehe es dabei auch um "Tradition, Heimatgefühl und die Kirche im Dorf." In guten Zeiten hat der Landkreis umgerechnet bis zu 250.000 Euro an die Denkmaleigentümer verteilen können.

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