JETZT SIND IDEEN GEFRAGT

Für die Sanierung der Stadtkirche ist dringend finanzielle Hilfe nötig

CHRISTIANE TAUER

LIEBENWALDE Als Diplom-Ingenieur Klaus Hintze die Summe nannte, um die es sich dreht, ging ein leiser Seufzer durch die Reihen derer, die sich am Mittwochabend im Foyer der Liebenwalder Stadtkirche trafen. 584 000 Euro. Woher soll all das Geld nur kommen? Diese Frage schoss durch die Köpfe der Mitglieder des Gemeindekirchenrats und der Gäste, die zur Sitzung erschienen waren.

So viel steht aber fest: Diese Summe ist das Minimum, das für die Hüllensanierung der Liebenwalder Stadtkirche benötigt wird. "Dann regnet es nicht mehr durch, dann sieht die Fassade ordentlich aus und dann sind die Fenster dicht", sagte Hintze. Der gesamte Innenbereich, fügte er hinzu, sei dabei jedoch nicht mit eingerechnet.

Dass 40 Prozent der Kosten durch Fördermittel des Bundes, des Landes und der Stadt abgedeckt werden können, blieb der einzige Lichtblick an diesem Abend. "Den Rest", sagte Hintze, "muss die Gemeinde erbringen."

Für Pfarrer Volkmar Gartenschläger war das jedoch ein klares Signal. Nur wenn die breite Masse mobilisiert werde, könne dieses Mammut-Projekt gestemmt werden. Zwar sei mit Unterstützung der evangelischen Landeskirche Berlin/Brandenburg zu rechnen. "Doch allzu viele Projekte kann die Landeskirche auch nicht mehr fördern", machte er klar. "Es ist einfach kein Geld mehr da." Trotzdem wird sie dem Sprengel Liebenwalde in Sachen Kirchensanierung wie schon mehrmals geschehen auch diesmal wieder aushelfen - "nur wissen wir noch nicht, in welcher Form", sagte Gartenschläger.

Wie dem auch sei, im nächsten Jahr will die Kirchengemeinde mit den Arbeiten am Dach beginnen, teilte Siegfried Gangnus mit, der zweite fachkundige Diplom-Ingenieur neben Klaus Hintze. Zunächst etappenweise, doch um letztlich erfolgreich zu sein, gehe es nicht ohne Unterstützung von privater Seite. "Wir brauchen mehr Ideen", betonte Pfarrer Gartenschläger nachdrücklich. Alleine durch Spenden, Kollekten oder Rücklagen der Gemeinde, die sich insgesamt auf 15 000 Euro belaufen, sei das Projekt eben nicht zu schultern.

Ein Gedankenspiel ließ die versammelte Runde ins Schwärmen geraten: Wenn jeder Liebenwalder bei der Dachsteinpaten-Aktion nur drei Dachsteine für je 2,50 Euro kaufe, sei man der Finanzierung schon um ein gutes Stück näher gekommen, sagte Hintze. Als problematisch stufte es eine Bürgerin jedoch ein, dass viele Liebenwalder gar nicht wüssten, in welch schlechtem Zustand das Dach überhaupt sei. "Man kann das von außen ja überhaupt nicht erkennen", sagte sie. Viele würden denken, mit der Kirche sei doch alles in Ordnung. Es sei ihrer Meinung nach jetzt an die Verantwortlichen, hier für mehr Transparenz zu sorgen. Durch Führungen, Fotoausstellungen oder eben durch besondere Aktionen.

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