BALKEN AN FACHWERKFASSADE DER KLETZKER KIRCHE WERDEN ERNEUERT

Vor größerem Schaden bewahrt

DOROTHEA VON DAHLEN

 Dorfkirche Kletzke

KLETZKE - Dass etwas mit der Feldsteinkirche in Kletzke nicht in Ordnung war, ist vor zwei Jahren mehr oder weniger durch Zufall aufgefallen. Als einige Männer aus dem Ort wie üblich den Weihnachtsbaum aufstellen wollten, bemerkten sie, dass sich die Fassade des Gebäudes so seltsam nach außen wölbte. Ihre Beobachtung leiteten sie sofort an den Gemeindekirchenrat weiter. Die Vorsitzende Helga Schicketanz setzte alle Hebel in Bewegung, um den Schaden prüfen zu lassen. Sie tat gut daran. Denn die Untersuchung ergab, dass sich ein Balken um 15 Zentimeter verschoben hatte, so dass die Stabilität des gesamten Fachwerks Gefahr lief, ins Wanken zu geraten.

Doch hatte die Kirchengemeinde Glück im Unglück. Wie Helga Schicketanz berichtet, sollte der Plattenburger Ortsteil Kletzke ins Dorferneuerungsprogramm aufgenommen werden. So standen die Chancen gut, zumindest einen Teil der Kosten über Fördermittel abdecken zu können. Die Kirchengemeinde stellte einen Antrag und bekam letztlich im vergangenen Dezember einen Bewilligungsbescheid vom Amt für Flurneuordnung und ländliche Entwicklung in Neuruppin. Mit 40 Prozent beteiligte sich die Landesbehörde an der Sanierung der maroden Stützkonstruktion der Dorfkirche.

Inzwischen ist das Gotteshaus eingerüstet, so dass Dachdeckermeister Ralph Köhn und seine Mitarbeiter zu Werk gehen konnten. Sie haben bereits einige Gefache aus der Fassade entfernt, um die schadhaften Kanthölzer auswechseln zu können. Verwendet wird dabei ausschließlich Eichenholz, da es gegen Wurmfraß resistent ist. Abschließend werden die Gefache wieder ausgemauert und verputzt. Im Zuge der Fassadenarbeiten stellten die Handwerker noch weitere Schwachstellen fest. Das Holzgesims im Traufbereich des Satteldachs war ebenso schadhaft wie die Balken. Zudem bedarf es einer Stahlkonstruktion im Bereich des Turms zur Sicherung der Holzkonstruktion. Da die Kirche derzeit ohnehin eingerüstet ist, beschloss der Gemeindekirchenrat auch diese Schäden ausbessern zu lassen.

Bei der Kletzker Kirche handelt es sich übrigens um einen Saalbau, der etwa Mitte bis zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Besonders sehenswert ist sie wegen ihres spätbarocken Kanzelaltars und einiger Epitaphe der Familie von Quitzow.

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