Ständchen für eine Orgel

Wie Oranienburger für ein neues Instrument sammeln

ORANIENBURG Wenn Peter-Jürgen Sell einen Weihnachtswunsch äußern dürfte, dann wäre es eine Orgel. Nicht für ihn, so anmaßend wäre der Lehnitzer nicht, und er will auch nur eine kleine. Eine Truhenorgel für die St. Nicolaikirche von Oranienburg.

An der Erfüllung dieses Wunsches arbeitet ein Freundeskreis seit anderthalb Jahren. Der Gemeindekirchenrat hat die Anschaffung eines solchen Instruments befürwortet, aber das Geld muss aus Spenden kommen. Seitdem wird gesammelt, fast 16000 Euro sind es schon. Aber etwa 7000 Euro fehlen noch.

Wie das Gerät einmal aussehen soll, das ist den Oranienburgern schon klar. Sie haben sich bei Orgelbauern in Berlin und Potsdam umgesehen und das Internet durchforscht. Und sie sind fündig geworden. Gerne möchten sie die Truhenorgel bei Schuke Berlin kaufen. Kantorin Elisabeth Brunnemann-Rademacher hat zur Probe darauf gespielt: „Die Holzpfeifen haben einen warmen Klang. Sie ist nicht fürs solistische Auftreten gedacht, sondern soll bei Konzerten und in der Kinderarbeit eingesetzt werden.“ Gerade dafür hat sich die bestehende Orgel der Kirche, die 1956 aus Bad Freienwalde nach Oranienburg kam, als ungeeignet erwiesen. Die Truhenorgel wiegt insgesamt 90 Kilogramm.

„Die Orgel, die wir gern kaufen wollen, ist in sehr gutem Zustand, von guter Qualität“, freut sich die Kantorin. Das Instrument ist drei Jahre alt und hat als Ausstellungsstück der Firma gedient, nun wurde es generalüberholt und neu gestimmt. Und es ist preiswert gegenüber dem Neupreis.

Aber auch die 22000 Euro wollen erst einmal gesammelt sein. Mit Spendenaktionen und Benefizkonzerten hat der Freundeskreis bisher Geld zusammengetragen. „Wir haben nicht den einen, großen Spender, sondern das Geld stammt von vielen kleinen Helfern“, erklärt Helmut Grote aus Eden. Die Oranienburger haben schon einiges für ihre Kirche getan. Auch für die Heizung und die Küche wurde erfolgreich gesammelt. Nun sind die Helfer wieder gefragt. Der Abiturient Dirk Semper half beim Erstellen eines Faltblattes, das in diesen Tagen in einer Auflagen von 5000 Stück verteilt wird. Natürlich ehrenamtlich. Darin machen die Orgelfreunde auf ihr Anliegen aufmerksam und sie unterbreiten zugleich ein besonderes Angebot. Der Kirchenchor oder der Bläserchor bedanken sich für eine Spende vor Ort mit einem Ständchen. Das Musikpaket kann gerne verschenkt werden. „Das kann ein Überraschungsständchen zum Geburtstag oder Jubiläum sein“, erklärt Peter-Jürgen Sell die Idee.

Zur Aufführung des Weihnachtsoratoriums am 26. November werden sich die Oranienburger die gewünschte Truhenorgel schon mal ausleihen. Und nicht nur Peter-Jürgen Sell hofft, das gute Stück Weihnachten auch bezahlen zu können.

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