Verein zum Wiederaufbau und zur Förderung der Kirche Niederjesar e.V.

Von Gunter Pröhl, Vorsitzender

Dorfkirche Niederjesar 
Die wiederaufgebaute Kirche von NiederjesarGroßbildansicht
Dorfkirche Niederjesar
Gottesdienst zur Wiedereinweihung 

Schon seit Jahren mittlerweile Jahrzehnten habe ich darüber nachgedacht, wie man einen weiteren Verfall unserer Kirche aufhalten kann.

Das wohl älteste, denkmalswürdige Bauwerk unseres Dorfes bestand seit Ende des 2. Weltkrieges im Wesentlichen aus der verbliebenen Umfassungsmauer, einem einsturzgefährdeten Chorgewölbe sowie dem wahrlich kargen Rest des ehemals hohen Turmes. Ein Dach gab es nicht mehr und die noch vorhandenen Mauern einschließlich des Gewölbes waren schutzlos einem weiteren Verfall preis gegeben. Beim Anblick war ich immer wieder von der schlichten Schönheit noch vorhandener Details fasziniert.

So waren auch die hohen Fenster mit ihren Rosetten und, vom scheinbar unregelmäßigem aber meisterhaft ausgeführten Feldsteinmauerwerk an sich doch noch eine recht gute und erhaltenswerte Bausubstanz vorhanden.

Die nach Bauplänen des Architekten F. A. Stüler (1800 1865) Mitte des 19. Jahrhunderts von den geschickten Händen seiner Handwerker im neuromanischen Baustil umgestaltete schöne Kirche prägte so wesentlich das Bild von Niederjesar.

Bereits in den 90er Jahren, während der begonnenen Sicherungsarbeiten an der Umfassungsmauer, reifte bei mir die Idee, den weiteren Wiederaufbau unserer Kirche mit der Gründung eines Fördervereins zu unterstützen.

So kam ich mit unserem Pfarrer, Herrn Müller, ins Gespräch und wir waren uns einig, dass mit einem Verein vieles besser zu lösen ist. Allem voran die nicht immer leichte Finanzierung des Wiederaufbaus mittels Förderungsprogramme, durch Spenden und nicht zuletzt auch durch tatkräftige Hilfe vieler Einwohner unseres Dorfes sowie nicht weniger Helfer und Sponsoren auch von außerhalb.

Am Tag der Gründung unseres Vereins, am 27. Dezember 1997, zu dem öffentlich eingeladen wurde, sind immerhin 12 Bürger, welche von der Idee ganz besonders angetan waren, gekommen und wählten einen Vorstand sowie den Vorsitzenden aus ihrer Mitte.

Erarbeitung einer Satzung, Beglaubigung durch einen Notar und Eintragung beim Amtsgericht waren weitere Schritte. In den folgenden Wochen galt es, den ersten eingetragenen Verein in Niederjesar durch Gewinnung weiterer Bürger als Mitglieder zu stärken.

So zählte unser Förderverein schon nach kurzer Zeit bereits 37 Mitglieder.

Vorstand und Mitglieder berieten zunächst in ihren ersten Zusammenkünften über die bereits vom Evangelischen Pfarramt Mallnow erarbeitete Projektskizze für den Wiederaufbau der Kirche und die Einrichtung eines Gemeindezentrums.

Mit welchen Bauabschnitten kann was realisiert und vor allem auch finanziert werden? An welchen Baumaßnahmen bzw. Gewerken könnte durch machbare Eigenleistungen Geld gespart werden? Wie kann mit dem Wiederaufbau und Ausbau unserer Kirche ein attraktiver Mittelpunkt im Dorf geschaffen werden, der u.a. auch das weitgehend weggebrochene Gemeinschaftsgefühl nach der wende mit beseitigen hilft und sich zu einem Zentrum kultureller werte unseres Dorfes und vielleicht auch für die umliegende Region entwickelt?

Nicht zuletzt waren auch Aspekte einer künftigen erweiterten Nutzung als Stätte der Begegnung von Christen und Nichtchristen zu beachten.

Nach nun fast fünfeinhalbjähriger Bauzeit und mit z. T. auch längeren Unterbrechungen, besonders zwischen zweitem und drittem Bauabschnitt, können auch wir als Förderverein eine insgesamt positive Bilanz ziehen.

Dank sei an dieser Stelle allen unseren mittlerweile über 40 Mitgliedern des Vereins ausgesprochen. Aber auch vielen Bürgern, Gemeindevertretern, Betrieben und Institutionen aus Niederjesar, aus unseren Nachbardörfern und darüber hinaus, welche durch finanzielle sowie materielle Zuwendungen oder auch mit Rat und Tat den Wiederaufbau unserer Kirche unterstützt haben, sei an dieser stelle ein besonderes Dankeschön gesagt.

Nicht zuletzt bedanken wir uns als Förderverein auch bei allen Baufirmen, welche bei der Ausführung der Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation mitgewirkt sowie bei all denen, die für die Bauplanung und Leitung eines gut organisierten Ablaufs des Wiederaufbaus unserer Kirche verantwortlich waren.

Alle haben ihr Bestes gegeben, damit unsere Kirche nach einem halben Jahrhundert währenden traurigen Dasein wieder aufgebaut werden konnte und nun in einer anderen, aber doch neuen Schönheit erstrahlt.

 

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