NAGELKÄFER ZERFRESSEN DAS HOLZ IN DER ROSENWINKLER KIRCHE

Stück für Stück dran bleiben

 Altar

ROSENWINKEL In der Kirche in Rosenwinkel (Amt Heiligengrabe/Blumenthal) ist der "Wurm" drin. Uwe Sallmann, Fachmann aus Berlin/Müggelheim und Chef der dortigen Holzschutz GmbH, konkretisiert den Verdacht des Befalls mit dem Nagelkäfer. Bereits zweimal untersuchte er die Rosenwinkler Kirche unentgeltlich.

Bevor er von der Rosenwinklerin Elke Krebs-Köppe erneut ins Dorf gelotst wurde, hat man auf dem Dachboden der Kirche gesaugt. Besonders wichtig waren dabei die Sparrenenden des Dachstuhls. Über den Stand der Dinge informierten sich am Montag auch Torsten Nölting, Sachgebietsleiter von der unteren Denkmalbehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, und Pfarrer Hartmut Kluchert aus Dahlhausen.

Der Zahn der Zeit und die gefräßigen Schädlinge haben vielen Bauteilen aus Holz unterschiedlich stark zugesetzt. Bis auf fünf besonders marode Sparrenenden wurden die Schäden am Dachstuhl als alterstypisch eingeschätzt. Auch der Zustand des Kirchengestühls lässt noch hoffen. Aber richtig Sorgen macht der kostbare Kanzelaltar aus der Rokokozeit. "Sehen Sie das Mehl", sagte Sallmann und zeigt unter zahlreiche Fressstellen. Teile der Altarverzierungen müssen schon mit gleichfarbigen Klebeband "verstärkt" beziehungsweise gehalten werden.

Das Lindenholz schmeckt den Käfern besonders gut. Ihnen möchte man den Appetit verderben. Und das kostet richtig Geld. Eine Altarzerlegung für einen Transport wurde ausgeschlossen. Eine luftdichte Umhüllung und Begasung ist die einzige Möglichkeit, den Schädling zu bekämpfen. Etwa 8000 Euro würde das kosten. Nöltings Behörde kann finanziell nichts beisteuern. Sie bekam schon jahrelang für solche Aufgaben kein Budget mehr. Sogar das Bundes- und Landesprogramm "Dach und Fach" ist inzwischen ausgesetzt. Pfarrer Kluchert: "Unsere Kirchenmittel haben sich für die Außensanierung dieser Kirche fast erschöpft." In der Kirchengemeinde wird beraten, welche Prioritäten gesetzt werden sollen. "Unser Förderverein ist noch jung. Wir sind auf Spenden angewiesen. Aber ich bin mir nicht zu schade, für meine Tauf- und Konfirmationskirche 'betteln' zu gehen", meint Elke Krebs-Köppe. "Stück für Stück bleiben wir dran", sagt auch der Pfarrer. hn

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