EINIGUNG ZUR SANIERUNG DER BRÜCKER LAMBERTIUSKIRCHE LÄSST AUF SICH WARTEN

Fassade bröckelt weiter

THOMAS WACHS

BRÜCK Die Sanierung der Lambertiuskirche im Stadtzentrum von Brück ist nun doch noch nicht gesichert.

Das wurde in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung deutlich. Dort herrschte unter den Abgeordneten zunächst Unsicherheit über das weitere Vorgehen in dieser Frage. Die Amtsverwaltung hatte vorgesschlagen, die Stadt sollte sich vom Modell einer umfassenden Förderung für die Bauarbeiten verabschieden. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschlossen die Abgeordneten schließlich, noch einmal das Gespräch mit der Kirche zu suchen und strittige Punkte zu klären.

Wie berichtet strebt die Stadt zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes seit längerem eine Nutzungsvereinbarung mit der Kirchengemeinde an. Sie soll den öffentliche Betrieb des Gotteshauses regeln. Gleichzeitig ist sie Voraussetzung für eine Sonderförderung des Landes in Höhe von 80 Prozent der Baukosten.

Das Papier ist jedoch nach wie vor noch nicht unterzeichnet. Kommt die Vereinbarung nicht zustande, kann für Arbeiten an der Gebäudehülle nur die herkömmliche Förderung in Höhe von 40 Prozent fließen. Die Stadt trägt in beiden Fällen wie Bund und Land jeweils ein Drittel der Kosten. Kalkuliert wurde der Sanierungsaufwand bereits einmal mit zirka 1,2 Millionen Euro. Wie Bürgermeister Karl- Heinz Borgmann gestern der MAZ sagte, ist in dem inzwischen vorliegenden Entwurf des Nutzungsvertrages ein Punkt strittig. Dieser soll die Kostenverteilung für den Betrieb des Gebäudes regeln, das künftig als öffentlicher Veranstaltungsort genutzt werden sollte. Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen könnten dort nach Ideen der Stadtväter ebenso stattfinden wie Auftritte von Schülern, Empfänge oder Veranstaltungen von Betrieben. "Immerhin haben wir sonst keinen entsprechenden Raum in der Stadt", argumentiert der Bürgermeister. Obwohl mit der jüngsten Verlängerung des Landeszuschusses für die Stadtsanierung "der zeitliche Entscheidungsdruck zunächst gemildert ist", plädiert der Ortschef für eine schnelle Lösung der noch ausstehenden Probleme. Die nun ermöglichte umfassende Förderung in Höhe von 80 Prozent der gesamten Sanierungskosten bezeichnete Borgmann als "gutes Angebot", von dem auch die Kirche profitieren würde. Sollte es nämlich nicht gelingen, das Stadtbild prägende Gotteshaus in den wenigen verbleibenden Jahren des Förderprogramms zur Stadtsanierung herzurichten, würde die Chance dazu sinken, waren sich die Stadtverordneten einig. Daher wollen sie nochmals das Gespräch suchen.

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