AUßENSANIERUNG DER HOHEN NEUENDORFER KIRCHE STEHT VOR IHREM ABSCHLUSS

Nächsten Schritt getan

HOHEN NEUENDORF Der Sonnenschein ließ die Hohen Neuendorfer Kirche gestern besonders erstrahlen. Nach dem Dach (1990) und der Schwammsanierung (2000) konnten jetzt auch die Fassade mit allen Fenstern sowie der Kirchturm in den Originalzustand zurückversetzt werden. Nur ein Bauzaun kündete gestern noch von den nahezu abgeschlossenen Arbeiten. 329 000 Euro wurden seit vergangenem Oktober in das denkmalgeschützte Gotteshaus investiert. Die Maßnahme im städtischen Sanierungsgebiet wird zu 40 Prozent gefördert.

Nur Restarbeiten sind in dieser Woche noch vom Glaser und Maler zu erledigen. Auch der Sockelbereich wird noch gereinigt. Die Endabnahme jedoch habe bereits stattgefunden, berichtet Wolfgang Scheibe vom Gemeindekirchenrat. Der selbstständige Bauingenieur tritt im Auftrag der Gemeinde als Bauherr auf und "hat Blut geleckt", wie er sagt.

Und so verwundert es nicht, dass er mit sorgenvollem Gesicht auf die abgewetzte Inneneinrichtung blickt: "Ich freue mich auf den Tag, wenn auch innen alles frisch ist." Und Karin Schmohl als Vorsitzende des Gemeindekirchenrats nannte spontan einen geeigneten Zielpunkt zum Umsetzen dieses Projektes: "2009 feiern wir das 100-jährige Bestehen der Kirche." Entsprechend historisch sind die Materialien und Arbeitsmethoden. "Der Spritzputz wurde mit der Drahtleier aufgetragen", erklärt Wolfgang Scheibe. Die eingesetzten Kalkfarben seien chemikalienfrei.

Ebenso authentisch wurden die Bleiverglasung sowie der Turm wiederherstellt und erneuert. Historische Fotos und die Glasmalerei der Kirche halfen dabei. Mit dem Ergebnis sind Scheibe und die Architektin Alexandra Handrack-Bussenius zufrieden. Der frostige Winter habe Mensch und Material allerdings ebenso zugesetzt wie der heiße Sommer. Trotz Vernebelung war der Putz teilweise gerissen. Den Bau aber nach den Plänen von Georg Bittner wieder originalgetreu hergerichtet zu sehen, "ist wie beim Debütantinnenball", schwärmt die Architektin.

Vergessen scheinen auch die Mehrkosten für die jetzige Sanierung in Höhe von gut 30 000 Euro. Die waren maßgeblich entstanden, weil vom Denkmalschutz eine Dokumentation des Altbestandes der Verglasung gefordert worden war.

Ein Festgottesdienst zum Abschluss der Arbeiten ist am 9. November ab 14 Uhr vorgesehen. "Bis dahin werden auch die Außenanlagen fertig sein", sichert Wolfgang Scheibe zu. ht

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