DAS DACH DES GOTTESHAUSES AM GROß SCHULZENDORFER DORFANGER WIRD MIT NEUEN ZIEGELN GEDECKT

Blassrote Biber für die Kirche

SILVIA SIMON

GROß SCHULZENDORF Biberschwänze, so weit das Auge blickt. Unterhalb des markanten Holzturms der Dorfkirche Groß Schulzendorf hat sich in den vergangenen Tagen viel getan. Arbeiter haben das alte marode Dach entfernt und sind derzeit dabei, das Gotteshaus mit neuen blassroten Ziegeln einzudecken. "Wir hoffen, dass das Dach Ende September fertig ist", sagt Pfarrer Burkhardt Petzold, der die vier Kirchengemeinden Groß Schulzendorf, Wietstock, Löwenbruch und Genshagen betreut, die allesamt zum Evangelischen Kirchenkreis Zossen gehören.

Seit 1997 schon wird die Groß Schulzendorfer Kirche instand gesetzt. Nach und nach, denn das Geld ist knapp. Zunächst wurden Schäden im Dachstuhl repariert, dann mit Spendengeld neue Sitzpolster für die Kirchenbänke angeschafft. Im vergangenen Jahr ging es dann dem Schwamm an den Kragen, der Teile des Mauerwerks und einige Balken im Inneren befallen hatte.

"Die Schwammbeseitigung wie auch die Sanierung des Daches sind über Vergabe-ABM gelaufen", sagt Petzold. Die Finanzierung der modernen, 35 000 Euro teuren Bedachung ist jedoch kompliziert. Neben dem Kirchenkreis Zossen, der einen Eigenanteil zusteuerte, haben auch die Bundesanstalt für Arbeit, Kultur- und Arbeitsministerium, der europäische Sozialfond sowie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg einen Beitrag geleistet.

Wie alt die Kirche am Dorfanger ist, die heute unter Denkmalschutz steht, vermag auch der Pfarrer nicht zu sagen. "Fest steht nur, dass sie 1896 mit einem Querschiff erweitert und nach Osten hin verlängert wurde. So entstand eine für die hiesige Gegend ungewöhnliche Kirchenform: Ein Gotteshaus mit Vierung, das als Grundriss ein Kreuz hat", erklärt Burkhardt Petzold. Über den alten Kern des Gebäudes wisse man wenig. Aber die Feldsteinmauer zwischen Turm und Kirchenschiff weise darauf hin, dass dieser Kern schon sehr alt sei.

Noch während das Dach eingedeckt wird, hegen die knapp 220 Mitglieder der Kirchengemeinde Groß Schulzendorf schon neue Pläne. "Als nächstes großes Projekt steht der Kirchturm an", sagt Petzold. Der mit teils morschen Holzbrettern verkleidete Turm, in dem drei 1927 gefertigte Stahlgussglocken hängen, muss dringend saniert werden. "Wegen des Glockengeläuts ist das Fachwerk unter den Holzbrettern beschädigt worden."

Darüber hinaus wird überlegt, den momentan zeitlosen Turm mit einer neuen Uhr zu versehen. Und während ein neuer Anstrich des mausgrauen Gotteshauses vorerst noch auf unbestimmte Zeit verschoben ist, hofft der Pfarrer auf Spenden für ein besonderes Anliegen: "Wir haben eine gebrauchte Orgel angeboten bekommen, die samt Einbau etwa 18 000 Euro kostet. Es wäre schön, wenn wir die kaufen könnten. Denn zurzeit haben wir nur ein altes Elektromonstrum als Orgelersatz."

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