FINANZIELLER KRAFTAKT

Die Sanierung des maroden Nassenheider Kirchturms hat begonnen

MATTHIAS GABRIEL

NASSENHEIDE Am maroden Kirchturm in Nassenheide haben in der vergangenen Woche die Sanierungsarbeiten begonnen. Nachdem Bauarbeiter bereits große Teile des Putzes vom Turm abgeschlagen haben, kommen die Schäden an dem 28,5 Meter hohen Bauwerk voll zum Vorschein. Zentimeter breite Risse ziehen sich vertikal durch das Mauerwerk, das sich deutlich sichtbar nach außen wölbt.

„Das ist ein Baufehler“, erläutert der für die Nassenheider Gemeinde zuständige Pfarrer Peter Krause. Nach einem Brand sei der Turm im Jahr 1776 mit einem doppelten Mauerwerk wieder aufgebaut worden, dessen Zwischenraum mit Schutt verfüllt worden war. Der heute durch die zusammengesackte Füllung in seiner Statik gefährdete Turm müsse stabilisiert werden, so Krause. Ringanker sollen das Gebäude künftig zusammenhalten. „Das ist die einzige Lösung, die Erfolg verspricht.“

Für die aufwändigen Arbeiten am Mauerwerk sind in diesem Jahr 110000 Euro eingeplant. Die Fassade, das Dach, die Turmbekrönung und die Zifferblätter der Turmuhr würden im Frühjahr ausgebessert, kündigte Krause an. Dafür seien 44000 Euro einkalkuliert worden. Ende Mai sollen die Gerüste fallen. In welcher Farbe die Fassade gestrichen wird, müssten die Denkmalschützer noch entscheiden.

Während mit der Sanierung des Turms die dringlichste Aufgabe angegangen wird, wartet mit der schadhaften Decke im Kirchenschiff eine weitere potenzielle Baustelle. Für die komplette Sanierung der 1749 erbauten Kirche war in einem Gutachten eine Investitionssumme in Höhe von einer halben Million Euro veranschlagt worden. „Wir machen jetzt den ersten Schritt und müssen dann sehen, wie wir weiterkommen“, sagt Pfarrer Krause in Hinblick auf weitere Baumaßnahmen.

Ohne die Spendenbereitschaft der Nassenheider würde man heute längst nicht an diesem Punkt stehen, betont der Theologe. Seit April dieses Jahres konnten mehr als 8000 Euro gesammelt werden. „Wir sind wirklich sehr zufrieden, wie die verschiedenen Kräfte hier zusammenwirken.“ Den Großteil der Finanzierung übernehmen das Löwenberger Land und die Landeskirche mit jeweils 30000 Euro. Der Kirchenkreis schießt weitere 15000 Euro hinzu, den Rest der in diesem Jahr aufzubringenden Summe von 110000 Euro muss die Gemeinde stemmen.

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