Halbzeit an der Kirche

Ein weiteres Fenster am Gotteshaus in Rosenwinkel wurde restauriert

BJÖRN WAGENER

ROSENWINKEL An der kleinen Kirche in Rosenwinkel herrscht Halbzeit: Gestern setzte Restaurator Jens Zimmermann aus Blesendorf ein weiteres aufgearbeitetes Fenster ein. Damit sind jetzt vier von insgesamt acht Fenstern restauriert. Der Förderverein Rosenwinkel beteiligte sich an den Kosten. Bereits im April war ein Scheck über 1050 Euro an die Kirchengemeinde übergeben worden (die MAZ berichtete). Darüber hinaus teilten sich Förderverein und Kirchengemeinde die speziellen Kosten für die aufwändige Glasrestaurierung - jeder knapp 370 Euro. Das teilte gestern Fördervereinsvorsitzende Elke Krebs-Köppe mit.

Dass die Restaurierung so lange dauerte, lag vor allem an der so genannten Kabinettscheibe, jene von farbigen Scheiben eingefasste ovale Glasmalerei aus dem Jahr 1657, die Christophorus darstellt. Das Problem: Die Scheibe hatte ein Loch. Das machte die Sache kompliziert. Denn die fehlende Schmelzfarbenmalerei musste von Glasrestauratorin Ilona Berkei völlig neu hergestellt und eingepasst werden. Doch die filigrane Arbeit gelang. Nur Fachleute erkennen heute noch die einstige Fehlstelle.

Damit derartige Schäden künftig nicht mehr passieren, setzte Jens Zimmermann vor dem historisch wertvollen Glas eine Sicherheitsscheibe, die als solche aber nicht zu erkennen ist. Hinzu kam eine Belüftung, damit nichts beschlägt. "Auf diese Weise wurden alle restaurierten Kabinettscheiben an der Kirche gegen Beschädigungen gesichert", sagt Zimmermann, der die Restaurierung des übrigen Fensters - außer der Kabinettscheibe - übernahm. Dazu gehörte auch, dass der Rahmen unten mit einer Bleikante versehen wurde, um Feuchtigkeit besser fern zu halten.

Zimmermann kennt sich mit den Kirchenfenstern in Rosenwinkel gut aus. Schließlich hat er auch die anderen drei Exemplare in ähnlicher Weise bearbeitet. Doch die Kabinettscheiben beeindrucken ihn immer wieder. "Das ist wirklich etwas ganz Besonderes", sagt der Restaurator, der momentan auch Arbeiten an den Kirchen in Grabow und Glienicke erledigt.

Nur eines der acht Fenster an der Rosenwinkeler Kirche besitzt keine Kabinettscheibe. Aber diesen Mangel zu beseitigen, wäre laut Zimmermann kein Problem. Denn die Kirche habe früher einmal über eine weitere Fensterreihe verfügt. "Und die Kabinettscheiben dieser beiden Fenster sind noch vorhanden."

Wann das nächste Fenster an der Kirche restauriert werden kann, hängt von den Spendeneinnahmen ab. Wer die Sache unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto bei der Sparkasse OPR einzahlen: Förderverein Rosenwinkel e.V., Kto-Nr.: 1670000890, BLZ: 16050202, Verwendungszweck: Kirche.

Märkische Allgemeine vom 30. September 2006

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