Lübben: Die Musik lebt weiter

Lübben feiert seinen Paul Gerhardt

Das Paul-Gerhardt-Denkmal vor der Kirche 
Das Paul-Gerhardt-Denkmal vor der Kirche schuf vor 100 Jahren der Berliner Bildhauer Friedrich Pfannschmidt – Festtag am 30. Juni.
Foto: TKS / Detlev Simsch

An den wichtigsten Stellen der Stadt Lübben ist der bekannte Theologe und Kirchenlieddichter Paul Gerhardt allgegenwärtig. Und das noch gut 330 Jahre nach seinem Tod in dieser Stadt und obwohl er hier im Herzen des Spreewaldes nur acht Jahre lang wirkte.

Vor 400 Jahren wurde Paul Gerhardt im sächsischen Gräfenhaininchen geboren. Der Ruf nach Lübben im September 1668 war die letzte Arbeitsetappe im Leben des Theologen. Den Lübbenern gefiel seine am 14. Oktober 1668 gehaltene Probepredigt über Epheser 5,19 und sie stellten ihn als zweiten Geistlichen an.

Noch heute sind seine ausdrucksstarke, bildhafte Sprache eine Freude für Leser und Sänger. Die bekanntesten seiner Lieder sind wohl "Geh aus mein Herz und suche Freud’" oder "Nun ruhen alle Wälder". Am 27. Mai 1676 wurde der Kirchenlieddichter im Altarraum der Lübbener Hauptkirche an heute unbekannter Stelle beigesetzt.

Auf dem neu gestalteten Marktplatz mitten im Stadtzentrum steht seit 100 Jahren ein überlebensgroßes Denkmal.

Sehenswert ist das auch einzig erhaltene lebensgroße Bild von Gerhardt seitlich vom Alter in der Hauptkirche. Die neuen Bleiglas-Fenster zeigen Porträts von Kirchenlied-Dichtern zu Gerhardts Lebzeiten. Als besonderes Kleinod gilt das von Pfarrern der Niederlausitz gestiftete Bleiglas-Fenster mit Gerhardts Porträt in der Sakristei der Kirche, die seit 1931 den Namen Paul Gerhardts trägt.

Noch heute ist das Gymnasium Lübbens, dessen Vorgänger bereits 1914 den Titel "Königliche-Paul-Gerhardt-Schule" verliehen bekam, stolz auf seinen Namen. MAZ

Bis Dezember gibt es Ausstellungen und musikalische Veranstaltungen zum Paul-Gerhardt-Festjahr, z. B. 18. 3.: Festgottesdienst mit Ausstellungseröffnung: Paul Gerhardts Lieder in Liederbüchern der Welt oder am 25. 8. Erlebniskahnnacht mit historischem Thema, auch zu Paul Gerhardt.

Märkische Allgemeine vom 07. März 2007

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