Mit Gottes Segen den Umbau angehen

Große Pläne für Belziger Marienkirche

FRED HASSELMANN

BELZIG Großes hat die Kirchengemeinde "St. Marien - Hoher Fläming - Belzig" mit ihrem Gotteshaus vor. So beschloss der Gemeindekirchenrat unlängst einen umfangreichen Umbau der Marienkirche. Sie soll nicht nur ein Haus Gottes bleiben, sondern zu einem Lehr- und Lernhaus umfunktioniert werden, in dem alle Arbeitsbereiche der Kirchengemeinde unter einem Dach Platz finden. Darüber hinaus soll die Kirche stärker noch als bisher als Veranstaltungsort - auch für weltliche Anlässe - dienen.

"Wir stehen aber noch ganz am Anfang des Prozesses", betonte Pfarrer Klaus-Gerhard Reichenheim am Freitagabend vor den zahlreich erschienenen Gästen zur Ausstellungseröffnung "Sanierte Kirchen in der Uckermark" und des Vortrags von Bernd Janowski zum Thema "Wieviele Kirchen braucht das Land?".

Dass eine weitere Sanierung des altehrwürdigen Kirchenbaus - die letzte erfolgte in den 1970er-Jahren - dringend nötig ist, spürten die Gäste - darunter Belzigs amtierende Bürgermeisterin Hannelore Klabunde und Superintendent Uwe Teichmann - am eigenen Leib. Kalt ist es in der Kirche. Möglichkeiten, sie zu beheizen, gibt es nur in der so genannten Winterkirche, dem oberen Saal.

Eben solche abgeteilten Räumlichkeiten sollen zusätzlich geschaffen werden, dazu sanitäre Anlagen, auch über den Standort der Orgel könnte neu nachgedacht werden. Nicht zuletzt hatte Pfarrer Reichenheim gegenüber der MAZ angedeutet, dass auch die Belziger Reißiger-Gesellschaft geeigneten Platz für ihre Arbeit in der Kirche finden könnte.

Die Kirchenglieder sind jedenfalls aufgerufen, in den nächsten Wochen und Monaten ihre Ideen, Vorschläge und Anregungen zum geplanten Umbau zu äußern. Enstprechende Zettel liegen aus.

Noch in diesem Jahr, so sagte Hans-Jürgen Kallenbach, Mitglied des Bauausschusses der Kirchengemeinde, soll ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. 2008 muss dann die Finanzierung gesichert sein. Geld wird unter anderem von der Landesdenkmalpflege erhofft, auch der Förderkreis "Alte Kirchen" wird sich aktiv einbringen. 2009 schließlich sollen die Umbauarbeiten begonnen werden.

In seinem Vortrag nannte Bernd Janowski vom Förderkreis "Alte Kirchen" - im Land gibt es 1500 Kirchengebäude - unter anderem interessante Beispiele von Umnutzungen und Umwidmungen. Denn die Frage, wieviel Kirchen braucht das Land, wird auch angesichts des demografischen Wandels immer akuter. Landesweit gehören nur noch etwa 20 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an. Außerdem wurde die durchaus provokante These formuliert: Was nützt uns ein perfekt saniertes Denkmal, das ständig verschlossen ist. Nutzung ist die beste Baupflege. In diesem Sinne und mit Gottes Segen will die Belziger Kirchengemeinde die Herausforderung Umbau annehmen.

Märkische Allgemeine vom 12. März 2007

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