Intonierte Altersschwäche

Das vierte Benefizkonzert für die Schuke-Orgel in der Kirche zu Bochow erspielt einen stattlichen Erlös

H.-DIETER KUNZE

BOCHOW Die Sanierung der Schuke-Orgel in der Dorfkirche Bochow rückt in greifbare Nähe. Beim Benefizkonzert am Sonntag in dem Gotteshaus kam eine stattliche Summe für diesen Zweck zusammen. 7500 Euro überreichten die Geschäftsführer Holger Vogt und Frank Bruckbauer von der Oehnaland Agrargesellschaft mbH an die Kirchengemeinde Oehna. Die Kollekte ergab nach dem Gottesdienst weitere 1041 Euro. Hinzu kamen 380 Euro aus dem Basar mit Benefizkuchen, den der Landfrauenverein Bochow vor dem Kirchenportal angeboten hatte. Die leckeren Backwaren waren sehr begehrt, die Besucher ließen sich mit einer Tasse Kaffee munden.

Bislang waren 3500 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Die Instandsetzung des musikalisch und historisch wertvollen Instrumentes wird nach dem bisherigen Kostenvoranschlag insgesamt etwa 17000 Euro kosten.

Das Benefizkonzert am Sonntag war das vierte in Folge. Für das musikalische Programm sorgte der Langenlipsdorfer Flämingchor unter Leitung von Hildegard Bogula. Auf der Flöte spielte Barbara Schmidt, auf der Orgel begleitet von Kantor Peter-Michael Seifried aus Berlin-Marienfelde. Der Musikexperte führte dabei eindrucksvoll die Altersschwäche des Instrumentes vor und unterstrich damit vor allem, warum eine Sanierung dringend erforderlich ist. Peter-Michael Seifried ist in der Fläming-Region kein Unbekannter. Drei der bisherigen vier Benefizkonzerte in Bochow hat er musikalisch umrahmt. Darüber hinaus gab und gibt er Konzerte in verschiedenen Kirchen, unter anderem in Kloster Zinna und in der Jüterboger Nikolaikirche.

Eröffnet wurde das Konzert in Bochow auf der Orgel mit der Toccata und Fuge in D-Moll von Johann Sebastian Bach. Den stimmungsvollen Abschluss intonierte der Langenlipsdorfer Chor mit dem in der Region weithin bekannten Fläminglied. Begeistert und inspiriert verließen die Gäste die fast bis auf den letzten Platz besetzte Dorfkirche und ließen die Eindrücke des Konzertes mental in sich nachwirken.

Weitere Konzerte sind in den nächsten Jahren in der Dorfkirche zu Bochow geplant, um die finanzielle Basis zur Sanierung der pneumatisch betriebenen Orgel abzusichern, die 1912 installiert wurde. Baumeister war Alexander Schuke aus Potsdam. Er ersetzte die Wagner-Orgel aus dem Jahr 1738.

Die Bochower Kirche selbst, ein gotischer Feldsteinbau, wurde erstmals 1335 als "Mutterkirche" urkundlich erwähnt. Im 15. und 16. Jahrhundert erfolgte der Anbau des heute noch erhaltenen Kirchenschiffes. 1740 erhielt die Kirche einen oktagonalen Turmaufsatz aus Fachwerk mit Schweifhauben und Laterne. 1856 erfolgte der Umbau in neugotischem Stil. Unter anderem wurden die Fenster mit einheitlichen Spitzbogen-Öffnungen verändert.

Märkische Allgemeine vom 22. Mai 2007

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