Die Schönste weit und breit

Die von Schinkels Vorfahren erbaute Brunner Kirche wird 250 Jahre alt

CELINA ANIOL

BRUNNE Keine Taufe, keine Kommunion, keine Hochzeit. Es gibt nichts, was Pfarrer Thomas Elze in der Brunner Kirche mehr beeindruckt hätte, denn der Augenblick, als seine Gemeinde es endlich geschafft hatte, die Sanierung des Gotteshauses zu Ende zu bringen. 1994 ist es gewesen, erinnert sich der Pfarrer. Da hatte das ehrwürdige Haus schon über 200 Jahre auf dem Buckel und die engagierten Brunner mehrere Jahre Restaurierungsarbeiten hinter sich.

"Die Kirche war zu DDR-Zeiten in einem desolaten Zustand, dem wir aber auch schon vor der Wende trotzen wollten", erzählt Thomas Elze. Eine Turmrenovierung haben die Dorfbewohner in dieser für die Kirchen schwierigen Zeit angefangen. Nach 1989 kam dann der Rest dran. Zuletzt im Jahr 1997 auch die 1796 von Ernst Julius Marx erbaute Orgel.

Insgesamt über eine halbe Million Mark haben die ganzen Arbeiten im Laufe der Jahre gekostet. Richtig viel Geld für eine Gemeinde, die an die 350 Seelen zählt, von denen rund ein Drittel der Kirchengemeinde angehören. "Ich erinnere mich neben der Unterstützung der Landeskirche, des Kreises oder der Hilfe aus Potsdam noch an eine Einzelspende von jemanden aus dem Ort über mehrere Tausend Mark", sagt Elze stolz. Damit und mit der beharrlichen Arbeit haben die Brunner bewiesen, dass dieses Gotteshaus unbedingt ins Dorf gehört. "Jetzt ist sie mit ihrem kreuzförmigen Grundriss und den vielen Rundungen eine der schönsten Kirchen im Umkreis", findet der Pfarrer.

Die Zeit der intensiven Bemühungen ist nun vorbei auch wenn doch hier und da wieder mal was erneuert werden muss. Aber der Stellenwert des Bauwerks, das am 8. Juli seinen 250. Geburtstag feiert und exponiert in der Dorfmitte steht, ist im Bewusstsein der Brunner geblieben. "Auch wenn heutzutage viel zu wenige die Kirche besuchen, so spendet der Anblick vielen Trost", sagt der Pfarrer. Und das sei ja das Entscheidende.

Das mag vielleicht auch damit zusammenhängen, dass diese Kirche schon so alt ist, sinniert der Kirchenmann. Denn schon die Vorfahren des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel, früher unter dem Namen Brandt, dann als Schinkel, waren in Brunne im Kirchenamt tätig. Davon zeugen noch Inschriften und Grabsteine. Einer von ihnen, der Pfarrer Johann Gotthilf Schinkel und des Baumeisters Urgroßvater, überwachte sogar in den Jahren 1755 bis 1757 den Bau der Kirche, die eine an gleicher Stelle stehende Holzvorgängerin ablöste.

Der 250. Geburtstag der Brunner Kirche wird am Sonntag, 8. Juli, groß gefeiert. Beginn ist um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst. Danach folgen eine Kaffeetafel und ein kleines Orgelkonzert auf dem historischen Instrument des Gotteshauses. Auch Nicht-Kirchenmitglieder sind eingeladen mitzufeiern. Wer das Bauwerk, das zu den wenigen barocken Zentralbauten gehört, zu einem anderen Zeitpunkt besuchen will, kann sich bei Manfred Mattern, Dorfstraße 47, 033932/7 15 75, oder bei Irma Bellach, Dorfstraße 63, 033932/7 02 23 melden.

Märkische Allgemeine vom 27. Juni 2007

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